Missbrauchskandal: Ketzerische Fragen

Waehrend Tagen wurde  nun in den Medien ein Rektor für seine Aufklaerungsarbeit gelobt. Es macht den Anschein, als habe da jemand im Alleingange etwas angestossen. Dies nachdem sich 2006, 2008 und 2009 Opfer meldeten,   wie man dem folgenden Bericht entnehmen kann.

İnteressant ist dabei folgender Satz: “ Als die Opfer signalisierten, dass sie die Öffentlichkeit nicht länger scheuen würden, ging Mertes in die Offensive und mit ihm sein Orden…“

Daran knüpfen meine Fragen an:

Zweifelt eigentlich irgend jemand daran, dass dieser Skandal bereits am Kochen war, bevor der Rektor des Kollegs an die Öffentlichkeit gegangen ist?

Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese ganze Aktion nur stattfand, um grösseren Schaden vom Orden abzuwenden, nachdem klar wurde, dass sich das Thema nicht mehr unter dem Deckel halten liess? (Als die Opfer signalisierten, dass sie die Öffentlichkeit nicht länger scheuen würden, konnte diese Bombe jederzeit platzen..)

İst es da nicht logisch, dass die Methode „Angriff ist die beste Verteidigung“ gewaehlt wurde? (Pikanterweise mit Eröffnung von Nebenkriegsplaetzen wie Umgang mit Homosexualitaet und „Wegschauen“  früherer Verantwortungstraeger.)

Sind diese Fragen abwegig?

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2 Kommentare zu “Missbrauchskandal: Ketzerische Fragen

  1. So quer denken Sie da gar nicht, und an welcher Stelle hinterfragen Sie denn? Ich kann es nicht fassen, dass Sie nur die Pressemeldungen berücksichtigen, die die „Offensive“ von Pater Mertes loben.
    Er selbst ist es nicht, der glänzen möchte. Das machen eben die Gazetten daraus.
    Fakt ist, dass Pater Mertes mit seinem Gang an die Öffentlichkeit das Schweigen brechen wollte. Sich nun hinzustellen und neunmalklug den erhobenen Zeigefinger in die Höhe zu recken trägt nicht zu einer Lösung herbei.
    Anstatt wirklich zu hinterfragen und quer zu denken, greifen Sie auch nur einen Tenor auf, kauen ihn dreimal durch mit dem Ziel, das Handeln des Canisius Kollegs sowie Pater Mertes‘ schlecht zu reden.
    Bitte differenzieren Sie, dass die Offensive von Pater Mertes von seiner Seite aus nicht beklatscht werden will. Auch erhofft er sich dadurch keinen Ruhm. Wie hasserfüllt gegenüber dem Mann müssen Sie sein, sein Handeln dermaßen zu ohrfeigen. Sie sind wahrscheinlich immer der erste, der sich sich an die Front stellt und und für Recht und Ordnung kämpft, was? Wo leben Sie eigentlich?
    Und warum haben Sie etwas dagegen, dass er mit seiner Offensive auch gleich mit anderen Ungereimtheiten aufräumen will?
    Anstatt mit dem Finger auf Pater Mertes zu zeigen, sollte man lieber auch innerhalb anderer Insitutionen und Umfeldern ähnliche Verhaltensweisen und Konstrukte die Geschichte aufarbeiten. – Ich denke, Ihnen fehlt einfach der Weitblick zu erkennen, dass am Fuße des Eisbergs eine ganze Gesellschaft hängt, Familie, Öffentlichkeit – nicht nur der Klerus – , und dass die Mißbrauchsfälle nicht im Geringsten Ursprung kichlichen Brauchs sind.

    Vielleicht hinterfragen Sie auch einfach mal, warum die Opfer auch jetzt erst mit ihrer Geschichte rausrücken, warum es nicht um die Täterverfolgung geht sondern um finanzielle Leistungen?
    Sie machen es sich sehr einfach, wenn Sie das CK, den Orden und die Kirche
    als Quelle allen Übels pauschal betrachten.

    • “ Anstatt mit dem Finger auf Pater Mertes zu zeigen, sollte man lieber auch innerhalb anderer Insitutionen und Umfeldern ähnliche Verhaltensweisen und Konstrukte die Geschichte aufarbeiten.“
      „Vielleicht hinterfragen Sie auch einfach mal, warum die Opfer auch jetzt erst mit ihrer Geschichte rausrücken, warum es nicht um die Täterverfolgung geht sondern um finanzielle Leistungen?“

      Dies İhre Zitate. Weder kenne ich Herrn Mertes, noch habe ich ein gestörtes Verhaeltnis zur Kirche.

      Herr Mertes ist ein Mitglied des Jesuitenordens und zwar ein wichtiges Mitglied. Er handelte keineswegs, ohne ausführlich Rücksprache im Orden zu nehmen. Nicht nur beim Orden, auch in der Diözese.
      İch würde es begrüssen, wenn Sie diese Unterscheidung ebenfalls machen würden. Herr Mertes handelt als Teil des Systems, ist gewissermassen der Sprecher gewesen, der Anstosser, mit Wissen vieler Anderer.

      Wo wir uns nicht einig werden: Es ist nun einfach nicht der Zeitpunkt, mit dem Finger auf Andere zu zeigen, denn genau dies dürfte das Grundproblem in dieser ganzen Geschichte sein…

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