Jesuiten: Rücktritt des AKO-Rektors

Gestern nun ein weiterer, gewichtiger Vorfall in dieser ganzen Missbrauchsgeschichte. Der Rektor des AKo Bonn tritt zurück. Dazu gibt es auch eine offizielle Stellungnahme des Ordens.

Der Rektor tritt zurück, weil er eine reibungslose Aufklaerung gewaehrleisten will. Sicherlich spielt dabei auch eine Rolle, dass die zur Diskussion stehenden Vorfaelle eben auch in neuerer Zeit stattgefunden haben.  İn seiner Stellungnahme ist jetzt unter anderem zu lesen:

Seit etlichen Jahren hatte es Gerüchte über diesen Pater gegeben. Besonders imZusammenhang mit dem Erscheinen des Buches „Sacro Pop“ (2004) sind Vorwürfe bekanntgeworden. Das Buch beinhaltet u.a. mehrere Schilderungen von Missachtung der Intimsphäreund sexuellen Übergriffen. In einer ersten Bewertung sah der Orden damals keinen Anlass, den Inhalt des Buches zum Gegenstand einer Voruntersuchung gemäß den Leitlinien „ZumVorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Ordensleute“ der Vereinigung Deutscher Ordensoberer (2003) zu machen. Eine Neubewertung durch die Rechtsanwältin Frau Raue, Ansprechpartnerin für Opfersexuellen Missbrauchs, führte 2007 zu einem Mediationsverfahren zwischen dem beschuldigten Pater und einem Altschüler, der in dem obengenannten Buch vom Autor als Betroffener geschildert wird. Das Mediationsverfahren wurde im selben Jahr einverständlich abgeschlossen. Über das Ergebnis wurde auf Wunsch des betroffenen Altschülers Vertraulichkeit vereinbart.

Auch hier muss wieder etwas festgehalten werden und ich bedaure es sehr, dass ich im Moment meine Recherche nicht auf einem Blog darlegen kann, sondern auf meinen Blog.de verweisen muss. Auf diesen habe ich derzeit aus der Türkei keinen Zugriff, da der Anbieter Laendersperren gesetzt hat. Suchwort Jesuiten eingeben und dann kommen diese Vorfaelle, welche bereits letzte Woche bekannt waren. Presse und Betroffene haben sich direkt geaeussert und erst im Nachhinein werden diese Probleme und Vorfaelle von offizieller Seite auch eingeraeumt, obwohl nachweislich Gespraeche stattgefunden haben .Das nenne ich vertuschen. Genau beim Thema Sacro-Pop laesst sich dies wunderbar zeigen und man kann gespannt sein, ob über den İnhalt dieser „Vereinbarung“  im Jahre 2007 noch mehr bekannt wird, handelt es sich doch um ein Ergebnis, welches unter der Meditation von Frau Raue zustande gekommen ist.

Der Rücktritt ist auch ein Zeichen von Grösse des Rektors. Er ist Partei und macht den Weg frei für weitere Untersuchungen. Dass diese unter dem Aspekt, dass hier in einzelnen Bereichen keine Verjaehrung vorliegt, sofort stattfinden, durch zivile Organe  gehandelt und nicht kirchenintern gemauschelt werden sollte, ist aber wohl weiterhin ein frommer Wunsch..

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