Kath. Kirche: Das System in der Praxis

Ja, manchmal spielt der Zufall mit. Heute abend bin ich auf folgende Meldung gestossen:

Ein anderer Missbrauchsfall in einer katholischen Gemeinde in Hohenschönhausen sorgt unterdessen für Verwirrung: Der Missbrauchsbeauftragte des Berliner Erzbistums hatte kurz nach Bekanntwerden der Vorfälle am Canisius-Kolleg auch einen Fall von sexuellem Missbrauch im Erzbischöflichen Ordinariat eingeräumt. Der Beschuldigte, Pfarrer W., ließ vergangene Woche in einer Gemeindesitzung eine Erklärung verlesen, in der er die Vorwürfe von sich weist und von einer „ungeheuren Peinlichkeit“ spricht, „im Zusammenhang mit den Vorgängen am Canisius-Kolleg öffentlich genannt zu werden“. Eine kirchlich beauftragte Kommissarin habe erklärt, dass die gegen ihn vorliegende Anzeige „im innerkirchlichen Raum“ bleibe und nicht an die Staatsanwaltschaft übergeben werde. Inzwischen betrachte er die Schweigevereinbarung zwischen ihm und dem Erzbischöflichen Ordinariat als aufgehoben. Deshalb wolle er klarstellen, er sei nicht freiwillig gegangen, wie das Ordinariat erklärt hatte, sondern der Aufforderung der Diözese gefolgt, „sofort die Pfarrei, meine Wohnung und die Stadt Berlin zu verlassen“. Und er habe zu keiner Zeit ein Eingeständnis abgegeben. Vielmehr frage er sich bis heute, „um was es hier geht“.

Das Ordinariat erklärte dagegen am Sonntag, Pfarrer W. habe höchstpersönlich „Verfehlungen eingestanden“ und ein entsprechendes Protokoll unterschrieben. „Die vorliegenden Vernehmungsprotokolle weisen aus, dass er nicht nur vorgeworfene Verfehlungen einräumt, sondern dem Bistum unbekannte Tatbestände und Namen benannte“, heißt es in der Erklärung. „In diesem Zusammenhang bat Pfarrer W. in der Vernehmung diejenigen, die es betrifft, um Entschuldigung.“

Quelle

Das klingt doch alles sehr viel versprechend, vor allem bezüglich der Arbeitsweise und „Unabhaengigkeit“ der Beauftragten..das alte Gemauschel, ist man geneigt zu sagen.

Erinnern wir uns zurück: Der in Chile lebende Pater aus dem CK hat relativ glaubhaft und schlüssig erklaert, WAS er in seinem Schreiben 1991 als Verfehlungen  bezeichnet habe. Dabei ging es aus Sicht des Paters um übermaessige oder abnormal harte körperlich Züchtigung. Zugleich weist er jede Form von sexueller Belaestigung und Übergriffen zurück.İst diese Darstellung korrekt? Das waere ja ein ziemlicher Unterschied zum Vorwurd, sexueller Missbrauch…Dazu hat man bisher weder vom Orden noch von der Kirche irgendwas gehört.. Weshalb?

Und nun zur Rolle von Herrn Mertes:

Zuvor hatte Rektor Pater Klaus Mertes gegenüber der „Berliner Zeitung“ von einer dreistelligen Opferzahl gesprochen. Er zeigte sich zugleich offen für eine finanzielle Entschädigung der Opfer, wie sie beim Missbrauchsskandal in kirchlichen Einrichtungen in den USA geleistet wurde. Quelle

İst Herr Mertes befugt , für die Jesuiten zu sprechen? Falls ja, in welcher Funktion? Dazu waere eine Klarstellung überfaellig und zwar seit der ersten Pressekonferenz, wo klar wurde, dass er sich nicht nur als Rektor aeusserte.

Welche Funktion, welche Position hat Herr Mertes innerhalb des Jesuitenordens in Deutschland ? İmmerhin bekleidet er noch die verschiedensten andern Funktionen, wenn man Wikipedia nachschlaegt:

Mertes ist Autor mehrerer Bücher und schreibt in unregelmäßigen Abständen Kolumnen im „Tagesspiegel„. Daneben engagiert er sich in Fragen der Ausländerpolitik, besonders in Bezug auf Abschiebung. Er ist häufig Gast in Diskussionsrunden. 2001 gehörte er zu den Mitbegründern des Interreligiösen Gebetes Berlin auf dem Gendarmenmarkt[4]. Von 2003 bis 2007 vertrat er die Berliner Erzdiözese in derHärtefallkommission des Senates. Seit 2007 ist er ebenfalls Chefredakteur der Informationsschrift „JESUITEN“, einer quartalsweise erscheinenden Publikation der deutschsprachigen Jesuiten. Am Canisius-Kolleg unterrichtet Mertes neben seiner Rektortätigkeit Latein undReligion. Er ist Mitglied im Priesterrat der Erzdiözese Berlin und im wissenschaftlichen Beirat der Katholischen Akademie in Berlin. Seit 2008 ist der Rektor des Canisius-Kollegs qua Amt zugleich Rektor der Kirche Maria Regina Martyrum, der Gedenkkirche der Katholiken in Deutschland für die Opfer des Nationalsozialismus. İm Weiteren ist er Mitglied des Bundes Neudeutschland Wikipedia

Damit  aber noch nicht genug. İch bin heute noch auf etwas gestossen:

Der Orden hat 2007 eine Missbrauchsbeauftragte eingesetzt……

……… Frau Raue. Ich habe sie dem Pater Provinzial vorgeschlagen, weil sie nicht nur Mediatorin und Rechtsanwältin, sondern auch Vizepräsidentin des Vereins Innocence in Danger zum Schutz von Kindern ist. ..sagt Herr Mertes heute. Quelle

und an anderer Stelle: Nach Angaben von Groll lehnen es viele Opfer ab, sich an die vom Jesuitenorden bestellte Missbrauchsbeauftragte Ursula Raue zu wenden, weil sie diese für befangen halten. Raue wird vom Jesuitenorden bezahlt. Dagegen sagte Mertes, er halte Raue für unabhängig und vertraue ihr. Quelle

Nun geht es wieder um das System, nicht um die Person. İm konkreten Falle müsste man von aussen sagen: Auf Grund aller bekannten Fakten ist  der starke Mann innerhalb des Jesuitenordens  seit 2005 Pater Mertes. Der CEO. So spricht er auch in den İnterviews, kann sich sogar Entschaedigungen vorstellen usw. usw. . Der Provinzial ist Dekoration.

Derselbe CEO kritisiert jedoch den Orden, die Verantwortlichen, spricht von Wegschauen, ist aber selbst seit über 15 Jahren in diesem Orden taetig und hat sich in diese Position gearbeitet.

Das  alles will und will nicht  zusammen passen, ist völlig unlogisch .  Bis jetzt unlogisch…

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