Kath. Kirche, Jesuiten: Die ganze Wahrheit?

Weiterhin gibt es viele Ungereimtheiten und es scheint mir wichtig und sinnvoll, darauf hinzuweisen.

Anlaesslich der ersten İnformationen von Seiten der Jesuiten wurde gesagt:

Die beiden unter Verdacht stehenden Pater haben die Schule und auch den Jesuiten-Orden nach Angaben von Mertes in den 80er Jahren verlassen und sind seitdem nicht mehr an einer Schule tätig gewesen. Unter welchen Umständen sie das Kolleg verlassen haben, sei unklar und solle untersucht werden.Quelle

An anderer Stelle hat der Rektor bezüglich der Taeter hinzugefügt: „…sofern sie noch leben“.

Man konnte also damals davon ausgehen, die Jesuiten selbst seien von diesen Faellen überrascht worden und dies sei der Stand der Dinge.

Dass aber in Tat und Wahrheit Akten und Hinweise zu diesen Faellen seit langem bekannt sind, will man an der Pressekonferenz nicht gewusst haben? Obwohl diese Taeternamen bereits 2005/6 von Schülern erwaehnt wurden? Obwohl seit 2007 eine Beauftragte mit diesen Faellen beschaeftigt ist? Obwohl 2009 mehrere Schüler auf diese Faelle aufmerksam gemacht haben?

Mit Sicherheit hat man sich damals informiert, was mit diesen Padres los ist.. Alles Andere waere eine unglaubliche Schlamperei der heute verantwortlichen Amtstraeger gewesen.  Es war also mehr Wissen da, als man preisgegeben hat.. Weshalb dieses nur scheibchenweise herausgerückt wird, müsste endlich mal hinterfragt werden..

İn Sachen Wolfgang.S.   Pater Mertes 15.02.2010:

Die Täternamen habe  ich (2006..) dem Pater Provinzial (Chef der Jesuiten in Deutschland, d. Red.) mitgeteilt. Das sah ich als meine Pflicht an. Die haben dann recherchiert. Ich war bei den Beratungen dabei. Den Zuständigen in Chile ist dann vom Pater Provinzial mitgeteilt worden, dass es hier in Deutschland Missbräuche gegeben hat. Ich gehe davon aus, dass das Kolpingwerk, wo S. in Chile arbeitete, informiert worden ist. Quelle

..und so klingt es vom Kolpingwerk. 31.1.2010:

Auch der Chef des katholischen Hilfswerks Kolping in Chile, Luiz Enrique Diaz Soffia, bei dem Wolfgang S. heute arbeitet, weiß nichts von den Vorwürfen gegen seinen Mitarbeiter. „Mich hat niemand informiert, weder die Kirche, noch der Orden“, sagt er der B.Z.. Quelle

Zur Rolle von Frau Raue, İnterview berlin online 15ç02ç2010

Der Orden hat 2007 eine Missbrauchsbeauftragte eingesetzt, nachdem Sie ein Jahr zuvor von ehemaligen Schülern über die Taten informiert wurden. Was hat Ursula Raue getan, was soll sie tun?

Was sie bisher getan hat, weiß ich nicht, das müssen Sie Frau Raue fragen. Entscheidend ist, dass es hier eine Stelle gibt, die institutionell unabhängig ist von der Schule und dem Orden. Bei einem Missbrauchsüberlebenden darf ich nicht davon ausgehen, dass er Vertrauen zu der Institution hat, wo er missbraucht wurde. Nur wenn eine Untersuchung von außen erfolgt, kann Vertrauen entstehen. Das ist die Aufgabe von Frau Raue. Ich habe sie dem Pater Provinzial vorgeschlagen, weil sie nicht nur Mediatorin und Rechtsanwältin, sondern auch Vizepräsidentin des Vereins Innocence in Danger zum Schutz von Kindern ist. Sie ist in Person ein klares Signal an die Opfer.

Wem ist Frau Raue rechenschaftspflichtig?

Ihren Abschlussbericht hat sie dem Pater Provinzial zu überreichen – der ist rechenschaftspflichtig gegenüber der Öffentlichkeit.

Wann wird das sein?

Das entscheidet Frau Raue.

Einige Ehemalige halten die Missbrauchsbeauftragte für befangen, weil sie vom Jesuitenorden bezahlt wird und selbst eines ihrer Kinder aufs Canisius-Kolleg geschickt hat.

Sie agiert unabhängig, das ist der entscheidende Punkt.

Quelle

Diese Aussagen sind in sich selbst widersprüchlich.

Eine Stelle welche „institutionell unabhaengig“, aber vom Orden bezahlt und  diesem letztlich Rechenschaft pflichtig ist,  laesst sich doch nicht als „sie agiert unabhaengig, das ist der entscheidende Punkt.“ definieren.

Und falls doch: Wie kann man dann sagen „ich war bei den Beratungen dabei“ und gleichzeitig bezüglich der Frage nach der Arbeitsweise von Frau Raue: „Was sie bisher getan hat, weiß ich nicht, das müssen Sie Frau Raue fragen.“

Die Rolle die Herr Mertes sich da gibt, ist interessant:  Seit 2004 selbst mitten  drin, bei Beratungen anwesend, İnfos weiter geleitet, aber was damit passiert ist, will er nicht wissen, dann wenn es aber eng wird, befindet er sich ausserhalb und kritisiert seine eigene İnstitution. Nicht nachvollziehbar diese Position.

Pater E:

O-Ton des Jesuitenordens:

Schon früher hat es eine Anzeige eines Opfers gegeben, bei der gemäß den seit 2002 geltenden Richtlinien vorgegangen worden ist. Dem Opfer wurde absolute Vertraulichkeit zugesagt. Das anschließend in Gang gesetzte Verfahren führte dazu, dass dem Vorstand des Hilfswerkes mitgeteilt wurde, dass der betreffende Pater die Leitung des Hilfswerkes abgeben muss, was auch geschehen ist. Quelle,HP Jesuiten,S.2 Neue Opfer nennen weitere Taeter.

Dazu Der Vorstand des Hilfswerkes:

“Fünf Jahre lang hat der Jesuiten-Orden gegen E. ermittelt, ohne dass wir davon erfuhren – und das, obwohl wir ständig in Kontakt standen.”

2006 trat E. als Generalsekretär zurück – wie man jetzt weiß, weil der Orden ihn dazu drängte, nachdem sich ein Missbrauchsopfer offenbart hatte. Kischlat, damals E.s Stellvertreter, betont, dass er bis vor drei Tagen von nichts gewusst habe. “Wir wurden vom Orden massiv getäuscht”. Der Generalsekretär schildert voller Wut, dass E. bis Mittwoch weiter im Vorstand von “Ärzte für die Dritte Welt” arbeitete “und weiter viele unserer Hilfsprojekte besucht hat”. – “Wie konnte er das tun?”, fragt Kischlat: “Spätestens mit Beginn der internen Ermittlungen im Orden gegen ihn 2006 hätte er zurücktreten müssen.” Quelle Frankfurter Rundschau

So erstaunt es auch nicht, dass derzeit sehr viele Statements zu Faellen aus den 70-ern ud 80-er Jahren abgegeben werden, dass man auch Faell aus den 60-er Jahren sucht.

Aber kein Wort dazu, ob sich unter den inzwischen über 50 Betroffenen, welche sich gemeldet haben, aktuelle Faelle der letzten 10 Jahre befinden.

Kein Wort von Seiten der „offiziellen Kirche“ bezüglich weiterer Faelle, welche zweifellos vorliegen.

Kein Wort bezüglich allfaelliger Faelle von körperlichen und sexuellen Übergriffen an katholischen İnternaten, angefangen von den 80-er Jahren bis zum heutigen Tage.

Das heisst: Man könnte unterstellen, dass in einer grösseren Aktion darauf abgezielt wird, Taeterkreis und Taten zeitlich und lokal einzugrenzen… Vieles deutet im Moment darauf hin, es sei denn, es melden sich wieder Betroffene direkt bei den Zeitungen und nicht bei den Beauftragten. Dann wird im Nachhinein bestaetigt, dass da möglicherweise schon früher usw usw…

Diese Art von“ Problemlösung“ und „Offenlegung der Fakten“ hat System und dieses System wiederum  ist aus meiner ganz persönlichen Sicht alles andere als vertrauenswürdig.

Dabei geht es nur am Rande um die Vorfaelle an den Jesuiten-Kollegs. Diese sind nur die Spitze des Eisberges, das sehe ich ebenso.  Es geht um das ganze kath. Bildungssystem, die unzaehligen İnternate von kath. Bildungseinrichtungewn und da will ich nicht den Zeitraum 1950 bis 1980, sondern die Zeit  1980 bis heute ins Zentrum stellen.

Nach allem, was wir bisher aus den USA, aus İrland gehört haben, ist es genau so wahrscheinlich, dass auch auf dem europaeischen Festland vergleichbare Übergriffe stattgefunden haben, denn das System ist dasselbe… und es ist ebenso wahrscheinlich dass die Taeter aus diesem Zeitfenster weiterhin irgendwo ihren „Dienst an Jugendlichen“  versehen..

….versetzt nach demselben System, das wir inzwischenn schon kennen….

…. am einen Ort „entpflichtet“….

….und am naechsten Ort „ohne Kenntnisse“ der Vorgeschichte „verpflichtet“….

DAS ist das System, von dem ich spreche und welches in den letzten 3 Wochen offenbart wurde.

Der einzige positive Aspekt dieser gesamten Medienoffenive: Nach diesem System wurde und wird kommuniziert und dies alles wurde am Thema sexuelle Übergriffe erstmal einer breiteren Öffentlichkeit sichtbar emacht.

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