Kath. Kirche: Das grosse Gegackere

Die Enthüllungen über Verschleierungen und Verschweigen von Missbrauchsfaellen durch die kath. Kirche nicht nur in Deutschland erschüttern diese İnstitution in ihren Grundmauern.  Seit Jahrzehnten erstmals, so scheint es, ist sowas wie eine direkte Verbindung zwischen den Elfenbeintürmen des Vatikans mit Papst/ Kardinaelen und der Basis, dem Volk entstanden. Über diesen Draht laeuft nun eine Auseinandersetzung in einer İntensitaet, dass sich hüben und drüben Menschen am ungeerdeten Kabel die Finger verbrennen und in blinden Aktivismus verfallen, dies vor allem in der Sprechstelle kath. Kirche. Von Einigkeit keine Spur. Beispiele:

Bayrische Bischöfe:  wollen bei weiteren Verdachtsfaellen sofortigen Einbezug der Justizbehörden.

Zollitsch: Im Gegensatz zu den bayerischen Bischöfen sehe er eine Anzeigepflicht bei Verdachtsfällen kritisch. Er höre immer wieder von Fällen, bei denen Opfer eine Anzeige ausdrücklich nicht wünschten.

Verschleierung, Vertuschung:  „Ja, das hat es bei uns gegeben“, sagte er (Zollitsch) dem Magazin Focus. Seit Jahren steuere die katholische Kirche aber „den entgegengesetzten Kurs“.

Erzbischof Müller: „Der Bischof habe laut BR die Katholiken auch aufgerufen, der Kirche treu zu bleiben, „so wie auch damals (Nazi-Zeit) die Katholiken und Katholikinnen treu gewesen sind“. Müller beklagte dem Bericht zufolge, die Menschen würden „manipuliert durch verkürzte Berichte, durch ständige Wiederholung von Vorgängen aus alter Zeit“. So werde der Eindruck erweckt, dass die Kirche eine Institution sei, „wo die Leute völlig verdorben sind“. (Süddeutsche)

Vertuschung: „Als Präfekt der Glaubenskongregation habe Joseph Ratzinger – der heutige Papst Benedikt XVI. – allen Bischöfen unter Androhung kirchenrechtlicher Strafen untersagt, Missbrauchsfälle an die Öffentlichkeit zu tragen. Wegen dieses Schreibens vom 18. Mai 2001 sei er der Hauptverantwortliche für die Vertuschung, sagte Gotthold Hasenhüttl der „Saarbrücker Zeitung““. (Exkommunizierter Theologieprofessor.)

Ja, es finden sich derzeit praktisch zu jedem Kirchenthema aktuelle Stellungnahmen von Würdentraegern, welche sich diametral entgegenstehen, Papstbrief eingeschlossen.  Dadurch wird die Nervositaet im Klerus nicht kleiner, denn zu spüren kriegen dies die Diözesen in Form von Kirchenaustritten. Es muss also Klarheit geschaffen werden. Nur, von wem?

Hier zeigt sich, dass auch innerhalb des Klerus die gegen aussen so monumental wirkende Hierarchiefassade ganz schwere strukturelle Schaeden aufweist. So schwer, dass zu nahe Stehende von herunterstürzenden Fassadenteilen erschlagen werden können.

Neben dem in aller Oeffentlichkeit verhandelten Missbrauchs- und vor allem Vertuschungsskandal der kath. Kirche tobt im İnnern ein noch viel gewichtigerer Schaedling: Reformgruppen, Kirche von unten, Traditionalisten, Orden usw usw. sie alle bringen lange zuvor geaeusserte Kritik, Vorschlaege und Bedenken erneut in massiver Form vor und erstmals fühlen sich nicht mehr sehr viele Gremien an die eigentlich hierarchisch klar vorgegebenen Wege gebunden, nein sie aeussern sich gleichzeitig direkt via Medien. Eine völlig neue Situation.

Was nun fehlt ist ganz klar die ordnende Hand, die grosse Linie. Ob Rom diesen, an verschiedenen Stellen gleichzeitig ausgebrochenen Flaechenbrand in den Griff kriegen wird, wage ich zu bezweifeln. Ich denke, dass der kath. Kirche in den kommenden 5 Jahren einschneidende Aenderungen in ihrem gesamtgesellschaftlichen Status bevorstehen, zumindest in Mitteleuropa. Passiert dies nicht, verkommt diese İnstitution zu einem Exotenclub. Damit meine ich die İnstitution und nicht den Glauben.

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