Türkeibesuch: Wer bestimmt die Tagesordnung?

Am Türkeibesuch Frau Merkels zeigt sich einmal mehr, wie desolat und schlampig  mit der Türkei verhandelt wird.  Was stand an? Fragen und Ermahnungen zum Thema EU-Partnerschaft, Verlaengerung von Visas für bestimmte Berufsgruppen, Zypern, Minderheitenfragen, Wirtschaftsbeziehungen. Genügend Stoff für zwei arbeitsintensive und für die Türkei eher ernüchternde Tage.

Was ist passiert? 5 Tage vor dem Besuche fordert der türkische Ministerpraesident Erdoğan via Medien türkische Gymnasien in  Deutschland. Das Erschreckende an dieser Forderung: Er begründet dies mit der Notwendigkeit:

„zuerst“ die Muttersprache zu erlernen. Als ob  die Muttersprache von Menschen, welche in der dritten Generation in Deutschland leben, türkisch waere.

angesichts „mangelnder Deutschkenntnisse“ würde dadurch Chancengleichheit hergestellt.

Beide Argumente lassen sich ohne Probleme widerlegen, die Forderung zurückweisen und gleich den Finger auf die türkischen Gepflogenheiten mit andern Kulturen und Sprachen legen..

Doch, was ist passiert? Sowohl in der türkischen wie in der deutschen Medienberichterstattung war das Thema Eröffnung von türkischen Schulen in Deutschland das Hauptthema. Frau Merkel findet, das gaebe es bereits und könne durchaus ausgebaut werden. Aus Ablehnung wurde Befürwortung..

So einfach ist das und genau so einfach wird Herr Erdoğan in Kürze bei der Bundesregierung mit einem „nationalen Konzept“  zur Schaffung von türkischen Schulen in Deutschland vorstellig werden. Berufen wird er sich auf das Wort der Kanzlerin und selbstverstaendlich gibt es neben türkisch auch deutsch im Sprachangebot, aber es werden „türkische“ Schulen sein.

Wie das nun praktisch in der Bildungslandschaft Deutschland gelöst werden soll, wie es mit der Anerkennung und den weiter führenden „türkischen“ Schulen aussehen soll, darüber sollen sich wohl andere den Kopf zerbrechen. Deutschland holt sich ein weiteres Problemfeld zum Thema İnteration ins Land..

Tatsache ist. Es reicht offenbar, 5 Tage vor einer Zusammenkunft via Medien ein Thema aufzuwerfen und damit die Tagesordnung eines Staatsbesuches in ihrer Gewichtung massgeblich zu veraendern. Dass dies möglich ist, könnte man auch als mangelnde Wertschaetzung und Seriositaet gegenüber dem Andern interpretieren.

Oder aber, zwei Politiker einigen sich auf einen Weg des billigen Erfolges, welchen man innenpolitisch gewinn bringend verkaufen kann. İm Falle von Erdoğan ist dies zweifellos der Fall..

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2 Kommentare zu “Türkeibesuch: Wer bestimmt die Tagesordnung?

  1. Hallo Walter,

    nochmals meine schüchterne Anfrage um eine Kontaktmail von
    Dir. Der obige Beitrag interessiert bestimmt auch unsere
    Leser (und das sind über 1’000 tagtäglich!)

    Herzlichen Dank für ein Echo ( admin@latschariplatz.com )

    Herzliche Grüsse und alles Gute von

    René

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