Ansatz für Multikulti gescheitert-absolut gescheitert. (1)

Da haben wir die Bescherung, aus berufenem Munde. Es ist die Kanzlerin, welche so spricht.  Gut, sie hatte einen Vordenker, der kurz zuvor noch „absoluter“ zu Werke gegangen ist:“Wir als Union treten für die deutsche Leitkultur und gegen Multikulti ein – Multikulti ist tot.“, liess er sich vernehmen und praesentierte dann seinen 7-Punkteplan, der Herr Seehofer. Demzufolge sei Deutschland kein Zuwanderungsland und prognostizierter Fachkräftemangel könne kein Freibrief für ungesteuerte Zuwanderung sein, müsse durch deutsche Arbeitskraefte gedeckt werden können.

İm Bestreben den Rechtsausleger zu toppen, waehlte Frau Merkel eine Veranstaltung der Jungen Union und warf ihren Köder ins trübe Wasser. Dies in der Hoffnung auf reichlichen Fang.

Multikulti ist tot. Schön. Und jetzt? Es lebe Monokulti, oder wie? Hat sich, abgesehen von der erneuten verbalen Ausgrenzung Nicht-Deutscher irgendwas geaendert? Und was ist mit den Deutschen auslaendischer Abstammung?

Verzichten wir ab sofort auf griechische, spanische, chinesische kulinarische Köstlichkeiten, Ausstellungen, kabarettistische Schmankerl unserer Deutsch-Türken?  Wie halten wir es mit den Medien? Ein Land eine Sprache? Gemeinhin würde man all dies dem Oberbegriff Kultur zuordnen.

Als Ersatz kommt Leitkultur: Das hatten wir schon mal. Allerdings scheiterte der Versuch, dieselbe zu erklaeren, ziemlich klaeglich und dieselbe Posse wiederholt sich jetzt bei den Thesen von Herrn Seehofer: Was hat denn der 7-Punkte-Plan mit Leitkultur zu tun? Oder: Reicht das, um Multikulti auf die Müllhalde der Geschichte zu verbannen? Die Halbwertszeit dieses Planes dürfte in Wochen (und das reicht ja bis zu den Wahlen..), wenn nicht in Tagen bestehen.

Stellen wir etwas Anderes in den Vordergrund: Emnid Umfrage vom Mai 2010: „So finden 84 Prozent der Deutschen, dass die Interessen Deutschlands im Mittelpunkt stehen sollten – im Osten sehen das sogar 94 Prozent so.“

Gut, man könnte jetzt eine Umfrage unter Zuwanderern aufführen und dagegen halten. Das mache ich nicht, sondern zitiere aus einer weiteren Umfrage: „16,3 Prozent der Türken sagten, sie fänden deutsche Nachbarn „angenehm“. 9 Prozent lehnten deutsche Nachbarn ab. Hingegen mögen mehr als 38 Prozent der Deutschen keine türkischen Nachbarn. 23,8 Prozent sagten, sie fänden sie „sehr unangenehm“, 14,3 Prozent „unangenehm“. Damit rangieren Türken der Erhebung zufolge auf dem letzten Rang der Beliebtheitsskala junger Deutscher – hinter Schweden, Italienern, Schwarzafrikanern, Juden und Osteuropäern. „Junge Deutsche wollen nicht neben Türken wohnen.“

So, das alles vor Landtagswahlen. Es ist klar, was zu tun ist. Die Umfragewerte bezüglich des Volksdenkens zum Thema İntegration, Auslaender grundsaetzlich und deren Zuwanderung  sind so eindeutig, dass das Thema von den Parteien natürlich angegangen werden MUSS, mit Blick auf das mögliche Waehlerpotential.

Und niemand fragt natürlich zu diesem Zeitpunkt, welche politischen Versaeumnisse der letzten 40 Jahre zu diesem Volksempfinden beigetragen haben.

Denn, machen wir uns nichts vor: Verpflichtende Deutschkurse, Anerkennung der Schulgesetze, Kürzung von Arbeitslosenleistungen,  Nachzugsregelung minimal korrigieren: Das alles hatten wir doch schon. Nur, wie war es mit um deren Umsetzung bestellt?

Falls „Leitkultur“ in der Umsetzung dieses 7- Punkte-Programmes bestehen sollte, dann steht es schlecht um die geistig-moralische Verfassung der Politiker, welche solches verkünden.

Und sollte es dennoch so sein: Weiterhin werden Giovanni, Rosana, Fatma und Ali mit ihrer Kultur in Deutschland leben. So wie die Kanzlerin mir ihrer CDU-Kultur und der Herr Seehofer mit seiner Kultur. Multi-Kulti eben…

Da jedoch in erster Linie Fatma und Ali und viel weniger Govanni und Rosana  dieser Leitkultur unterstellt werden sollen, werde ich mich im naechsten Beitrag mit Letzteren befassen.

Multikulti, Leitkultur sind Begriffe, welcher sich die Politik nicht bedienen sollte. Sie war es naemlich, die auf Draengen der Wirtschaft und zwecks Ankurbelung des Wirtschaftswunders. Mehrung des nationalen Reichtums, Arbeitskraefte aus fremden Kulturraeumen  nach Deutschland holte. Sie hat es versaeumt, frühzeitig die entsprechenden Strukturen zu schaffen, um das, worüber wir heute debattieren, zu vermeiden. Jede Partei hat mit ihrem Aussitzen der schon laengst notwendigen Reformen in dieser Frage dazu beigetragen.

Das Ergebnis: Leidkultur statt Leitkultur.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s