Ein runder Tag und zur Belohnung ein Platzregen

Heute habe ich den Tag mit so genannt „niederen Arbeiten“ begonnen. Das ist die Aufgabenteilung  zwischen unseren lieben Forums- und persönlichen Freunden, dem Willinga (seines Zeichens kulinarischer Botschafter Bayerns und legendaerer Stadtführer in Straubing) und dessen Frau. Kurz: Er kocht, sie macht den Abwasch, darf allenfalls noch Salat rüsten, aber nur rüsten. Vielleicht nicht ganz so krass, aber so aehnlich.

„Niedere Arbeiten“ haben auch ihre guten Seiten. Man sieht ein Vorher und ein Nachher,woran man bei gewissen „höheren“ Aktivitaeten ab und zu zweifelt, nicht aber beim Willinga, denn das, was er auf den Tisch zaubert, ist eine nachhaltige Gaumenfreude, sternekochmaessig.

Heute morgen: İch setze meinen Vorsatz in die Tat um, ein rund 150 Meter langes asphaltiertes  Strassenstück von einer zentimeterdicken Staubschicht zu reinigen, welche vom Strassenbauamt fabriziert wurde, indem zwei grosse Dozer die Naturwassergraeben entlang der Dorfstrasse ausgehobelt und den  zutage geförderten Dreck mit dem Pflug der Strassenbaumaschinen weitraeumig über die ganze Fahrbahn verteilt haben. Diese wiederum hat die Eigenart, dass sie auf Grund taeglichen Befahrens mit mindestens 3 grossen 40-Tonnenholzlastern eben nicht mehr eben, sondern uneben ist. Bis zu 10 Zentimeter tiefe Fahrrillen, und was  da ein Stahlpflug anzurichten vermag, kann man sich unschwer ausmalen.

Fazit: Seit drei Tagen produziert jedes vorbeifahrende Gefaehrt eine Feinstaubwolke, welche minutenlang in der Luft haengt und an die Sahara erinnert. Von der Staubschicht sprechen wir schon gar nicht. Nur eben, wir sind nicht in Afrika, sondern in unserem Dorf in der Südtürkei und genau an der Ecke, welche am staerksten betroffen ist, wohnt unsere 76-jaehrige Lieblingsteyze (Tante) mit ihrer chronischen schweren Bronchitis.

Bewaffnet mit professionellem Strassenbesen, Schaufel und Schubkarre machte ich mich also ans Werk. 50 Meter oberhalb des Hauses  des Hauses der Teyze begann ich zu schrubben, klar, in kürzester Zeit ebenfalls in eine dichte Staubwolke gehüllt. Natürlich kennt ihr das, man kann hinstehen wo man will, der schwache Wind treibt die Wolke immer direkt auf einen zu..

Gute Tipps von Nachbarn und Vorbeifahrenden, natürlich die naechste Wolke erzeugend: “ Lass das, es kommt eh regnen. Aber es ist schon gut, wenn du das machst.“ Angesichts der teilweise bereits festgefahrenen Staubschicht war mein Vertrauen in jeden noch so grossen Regen beschraenkt, also weiter. Schubkarre um Schubkarre, etwa 25 Stück, Dreck, Feinstaub und Steine.

Endlich war die grosse Kurve geschafft, das Gefaelle wurde staerker. Angesichts von zwei Blasen an den Haenden (deswegen der Wert der „niederen Arbeiten“, das Vorher und das Nachher..)  beschloss ich, den Rest am Folgetag in Angriff zu nehmen. Die mühsamste Arbeit war eh geschafft.

Also zurück nach Hause, wo mir Nr. 3 begegnete (dazu im Anschluss mehr) schnaeuzen, und nochmals und nochmals,  etwas trinken, Staub raushusten und duschen. Haaa, 2 Kilo abgenommen…

Die naechste „niedere Arbeit“ hatte eigentlich schon am Vortag ihren Anfang genommen. Anlagebau für „Minischildkröten“, welche vor zwei Wochen nach einem Platzregen von irgendwoher angeschwemmt auf dem grossen Vorplatz herumirrten. Kunstvolle Steinhöhle (war das jetzt „höhere Arbeit? Das Ergebnis laesst darauf schliessen..), welche von den eingesetzten Nr.1 und 2 negiert wurde, stattdessen zwaengten sie sich in den kargen Freiraum zwischen Begrenzungsziegeln und den Steinen „meiner“ Höhle.  Buddel Buddel, Kopf in den Dreck und unter den Stein. Der Rest schaute hintenraus, Hauptsache vorne ist dunkel. Vogel Strauss-Politik. Frust.

Heute dann  die Nr. 3, nur, das war nicht diejenige welche ich eigentlich suchte, naemlich  eine etwas grösser gewachsene, nee, die war genau so klein wie Nr. 1 und 2. Also wurde aus der ehemaligen Nr. 3 die Nummer 4, derzeit noch abgaengig…

Das Trio inspizierte alles, putzte einige hineingelegte Salatschnippsel weg, tankte Sonne und verschwand gegen 16 Uhr mit dem ersten Wolkenschatten. –irgendwo– aber nicht im Spalt von gestern.

Unwetterwarnungen den ganzen Tag über liessen mich raetseln, ob meine vorbereiteten (inzwischen drei) leicht erhöhten Plaetze auch dem staerksten Regen Paroli bieten würden.  Na?? Sicher ist sicher, ein Wellblech über die ganzen Schlafgemaecher beseitigte die letzten Zweifel.

Endlich konnte ich mich höheren Arbeiten zuwenden und das İnternet einschalten….. Bis zum ersten Stromausfall. Ja und wenig spaeter ging es los mit dem Regen und Gewittern. Mit schweren Steinen beschwertes Blechdach haelt, regnen kann es von mir aus die ganze Nacht, dann kann ich morgen früh mit der Stufe „höhere Arbeiten“ beginnen und die blitzblank gereinigte Dorfstrasse inspizieren, ohne nochmals einen Besen in die Hand nehmen zu müssen… Haaaa!

So gesehen ein runder Tag… und morgen ist Nationalfeiertag. Allerdings sollen verschiedenenorts die Festivitaeten verschoben werden. Grund: Schlechtwetter.

Haben die kein Wellblech ??

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