Airbus-Rolls-Royce: Wie war das doch noch mal?

Rund 20 Tage sind seit der dramatischen Notlandung des Qantas A-380 vergangen und wenn man sich heute durchliest, was inzwischen zu diesem Vorfall alles auf dem Tisch liegt, kriegt man schon ein mulmiges Gefühl. Zuerst mal zum so genannten Triebwerksbrand, der in Wirklichkeit die Expolosion eines Teils dieses Mega-Triebwerkes beinhaltete:

Nicht weniger als 54 Alarm-Meldungen wurden nach dem Triebwerks-Schaden im Cockpit registriert. Die Piloten hätten ein «fliegendes Wrack» notlanden müssen, wie die Zeitung (Sidney Morning Herald) berichtet. Ein Auszug des Alarmprotokolls:

• Treibstofflecks in zwei der elf Tanks der Maschine
• Der Treibstoff-Austausch zwischen den Tanks fiel aus
• Im Heck-Tank sammelte sich zuviel Kerosin
Folge: Balance-Probleme bei der Landung
• Riesiges Loch in der linken Tragfläche
• Auch in der Bremsklappe klaffte ein grosses Loch
• Teilausfall der Bremssysteme
• Auch das Antiblockier-Bremssystems fiel teilweise aus
• Das Fahrwerk war nur noch manuel bedienbar
• Ausfall des Feuerlösch-Systems nach der Landung

• Totalverlust der hydraulischen Flüssigkeit in einem der beiden Jet-Systeme

• Verlust eines Steuerungsgenerators und damit verbundener Systeme.

Diese detaillierte Liste findet man übrigens vorwiegend in der Boulevard-Presse. Die andern Medien halten sich (aus übergeordnetem İnteresse?) eher vornehm zurück und verbleiben allgemein.

Ob „Fliegendes Wrack“ oder nicht: „Arg und zentral“ beschaedigt dürfte alleweil eine korrekte Umschreibung sein.

Dicke kommt es jedoch, da am Beispiel Lufthansa aufgezeigt wird, dass diese Probleme offenbar schon laenger bekannt ist, Lufthansa modifizierte Triebwerke erhielt, waehrend man Singapore und Qantas scheinbar wissentlich mit diesen Problemen weiter fliegen liess.

Erst jetzt kommt der Entscheid: 40 Triebwerke (welche man nicht auf Lager hat!!!)müssen nach und nach ausgetauscht werden. Man bedient sich dabei bei Airbus, wo neue Triebwerke zur Montage an Bestellungen bereit liegen.

Airbus seinerseits montiert so genannte „Austauschtriebwerke“ um seine Riesenvögel von Deutschland nach Frankreich usw. zu überführen… Triebwerke anschrauben- abschrauben, anschrauben, abschrauben..

Es dürfte also einige Zeit dauern, bis die 40 problematischen Triebwerke ausgewechselt sind  und waehrenddessen fliegen Singapore-Jets weiterhin mit dem Problemtriebwerk in der Gegend rum.

Rolls -Royce als Firma wird sich wohl einen riesigen İmageschaden einhandeln. Dass mit einem Triebwerk mal Schwierigkeiten auftauchen können, kann niemand ausschliessen. Diese Probleme jedoch über Monate zu vertuschen und nicht zu kommunizieren, dürfte eine nachhaltige Wirkung haben.

Qantas gibt darauf die einzig  richtige Antwort: Alle A-380 bleiben bis auf Weiteres am Boden. Rolls -Royce wird bezahlen müssen.

Auf den abschliessenden Untersuchungsbericht dieses Vorfalles darf man dann sehr gespannt sein….

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