İrland retten, um sich selbst zu retten…

Wieder ein Meisterwerk der Kommunikation. Vor zwei oder drei Tgaen wurde der Eindruck erweckt, İrland habe sich angesichts seiner drückenden Schulden doch dazu überwunden , unter den EU-Rettungsschirm zu kriechen. Signalisiert wurde ein Finanzbedarf von „mehreren 10 Milliarden“. Eine tolle Wortschöpfung. Seit heute wissen wir, was dies konkret heisst. „Knapp unter 100 Milliarden“. Andere Quellen nennen   90 Milliarden.

So, das scheinen also die Schulden des Staates zu sein, welche dringend abgedeckt werden müssen, ansonsten Zahlungsunfaehigkeit droht. Ja, was waere denn, wenn der Staat pleite ginge? Dann waeren unter anderem Verbindlichkeiten irischer Banken nicht mehr gedeckt. Und, was geht das mich an?

Das würde heissen, dass die Hypo-Real Estate weitere 10 Milliarden € als Verlust abbuchen müsste. Die Deutsche Bank beziffert ihr Engagement auf höchsten 400 Mio €, wobei man hier festhalten muss, dass vor allem der Chef der Bank, Herr Achermann, politisch jeden nur erdenklichen Druck ausgeübt hat, um İrland unter diesen Schutzschirm zu prügeln. Nicht ohne Grund: Rund 100 Milliarden € sollen alleine die deutschen Bankinstitute an Krediten vergeben haben. Das war ein richtiges Casino, bis dann die Lichter ausgingen.

Der Rettungsschirm, der nun so grosszügig ausgebreitet wird, garantiert den Zockern, dass sie ihre Einlagen wieder zurückkriegen. Nicht die Banken bezahlen die Zeche, nein, es sind die Steuerzahler, welche hier mittelfristig einspringen müssen. Das heisst: Gewinn fliesst in die Banken, Verluste übernimmt „die Gemeinschaft“.

Noch etwas scheint absehbar: Der Pot dieses Rettungsschirmes ist noch nicht vollstaendig geplündert. Man kann also ruhig weiter pokern. Hohe Zinsen in Portugal und Spanien. Also rein mit der Anlegerkohle. Risikokapital, deswegen die hohen Zinsen. Sollte Portugal kippen wird mit Sicherheit der Schirm auch über diesem Land ausgebreitet, ist der Spieleinsatz der Banken erneut versichert, Rückerstattung….

Denn wie heisst es so schön? „Die Forderungen der deutschen Banken an Irland sind wichtig genug, um dem Land zu helfen.“ (Lutz Raettig, Aufsichtsratschef von Morgan Stanley Deutschland und Sprecher der Frankfurter Banken)

Müsste man mit diesen Herrschaften vielleicht vermehrt Monopoly spielen? Dort lernt man: Wer pleite ist, ist pleite…

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