Euro-Krise: Nun kommt der Druck auf Portugal

Portugal steht von Anlegerseite her schwer unter Druck und muss bereits jetzt für seine Anleihen Rekordzinsen von 6,5% bezahlen. Man hatte erwartet, dass sich nach dem İrland-Deal die Situation entspannen würde, doch das Gegenteil ist der Fall.

Trotzdem, erneut versuchen Spekulanten ihr Glück, zeichnen munter Anteile, dies in der Annahme, auch dafür werde der Rettungsschirm bereit stehen, die Einlage also gesichert sein.

Nun kann man phantasieren. Portugal muss naechstes Jahr rund 40 Milliarden € Kredite ablösen und steckt, ganz anders als İrland, in einer schweren Strukturkrise ohne Wirtschaftswachstum. Reformen die da vor Jahren haetten greifen sollen, sind so gut wie wirkungslos verpufft.

Dieses Geld muss also wiederum über Kredite aufgetrieben werden und unter den derzeitigen und möglicherweise noch steigenden Refinanzierungssaetzen kommt das schon bald Harakiri gleich. Es scheint also, als müsste auch Portugal, will es diesem Kreislauf entkommen, auf Mittel aus dem Schutzschirm zurückgreifen. Damit rechnen offensichtlich auch diejenigen, welche derzeit Geld einschiessen, denn sicher ist ihre Anlage derzeit ganz und gar nicht.

Anders als im Falle von İrland ist nun aber Portugals Nachbar Spanien unmittelbar involviert, denn  über 50 Milliarden € spanisches Geld liegen beim Nachbarn. Die müssen schon gesichert werden, denn das Land selbst muss in den kommenden Jahren ebenfalls viel Geld zurückbezahlen. Man spricht von rund 300 Mia Neuaufnahme bis 2013. Spekulanten waeren keine Spekulanten, würden sie nicht auch in diesem Falle den Druck erhöhen, um bessere Anleihenrenditen herauszuschinden, welche dann auch im Falle Spaniens durch den Rettungsschirm finanziert würden, so die Hoffnung,  falls denn überhaupt noch Geld in diesem Fonds sein sollte..

So betrachtet scheint das Fallen der naechsten Dominosteine unaufhaltsam. Bleibt die Hoffnung: Je schneller, desto besser.

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2 Kommentare zu “Euro-Krise: Nun kommt der Druck auf Portugal

  1. „“Bleibt die Hoffnung: Je schneller, desto besser.““
    ——————-
    Frage:
    Ja und dann, die Menschen suchen die Schuld für ein Versagen nie in sich sondern immer nur im Äußeren; die Deutschen sind nach den Juden zum beliebtesten Feind in Europa aufgestiegen.
    Frankreich und GB haben schön eine „kleine“ militärische Zusammenarbeit neben der Nato begründet. Ein Thesenpapier des ECFR zu dem Thema der Zukunft Deutschlands in der EU ist sehr interessant.
    Ich denke, deutsche Politik sollte sich für eine starkes Deutschland in einem starken Europa einsetzen.
    Nach einem Zusammenbruch des Euro gebe ich der EU und einer friedlicher Zukunft in Europa nur noch eine geringe Chance.

    • İch glaube nicht an diese These, denn sie ist aus meiner Sicht shclichtweg nicht realisierbar. Hingegen erkenne ich, dass Deutschland mit einer Vielzahl von Mini-Jobs, Hartz IV-Programmen und nun noch Freiwilligendienst Die Lohnkosten im Vergleich zu den Nachbarlaendern massiv runtergeholt hat, damit Auftraege an Land zieht und sich vor weiterer Arbeitslosigkeit zu schützen sucht. Dies geschieht auf Kosten der Nachbarstaaten und da bestehen zweifellos Vorbehalte gegenüber dieser Wirtschaftspolitik.
      Was fehlt, ist in diesem Bereich ein einheitliches Vorgehen der Mitgliedsstaaten, wobei eh anzumerken ist, dass bisher die wesentlichen Akzente in der EU in erster Linie von Frankreich und Deutschland, vielleicht noch England aufgedrückt werden. Der Rest ist zum Mitmachen verknurrt.

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