500 000 Klicks: Gift für zu Guttenberg

İch waehne mich in DSDS 2011. Per Klick , 500 000 mal „wir wollen Guttenberg zurück“. Einen Mann, der ungerechtfertigt seinen Posten aufgeben musste? Ein Opfer von İntrigen? So wird es dargestellt.

Und so sieht es zu Guttenberg. Die Medien, die Stimmungsmache, die, seiner Meinung nach, ungerechtfertigte Verschiebung der Akzente, weg von Afghanistan hin zu Guttenberg. Als ob das Eine etwas mit dem Anderen zu tun haette.

Guttenberg ist Taeter, nicht Opfer. Weniger das  Plagiat, als die Art und Weise, wie er mit diesem offensichtlichen Fehler umgegangen ist, ist das Problem und dieses Verhalten reiht sich nahtlos in eine lange Reihe weiterer Versaeumnisse ein, welche inzwischen offensichtlich sind.

500 000 Klicker stören sich nicht daran, dass zu Guttenbergs Lebenslauf Aktivitaeten vorgibt, welche so nicht stattgefunden haben.

500 000 Klicker können damit leben, dass ein Verteidigungsminister, immer dann, wenn es eng wird für ihn, Leute entlaesst, auch wenn deren Vergehen oder Versagen überhaupt nicht erwiesen ist, oder gar bekannt wird, dass er mehr gewusst hat, als er gesagt hat. (Kunduz)

500 000 Klicker teilen die Auffassung, dass, wer im Nachbarsgarten stiehlt, muss im eigenen Garten kein schlechter Gaertner sein.

500 000 Klicker möchten diesen Mann als Bundeskanzler. Haben sie sich wohl schon mal Gedanken gemacht darüber, was für Leute er in seine Regierungsmannschaft beordern könnte? Auch so gestylt, auch so oberflaechlich, auch so egozentrisch im Umgang mit eigenen Leistungen oder Verfehlungen, auch so gespalten, wenn es darum geht, den fehlerhaften Wissenschaftler zu Guttenberg von der Person zu Guttenberg abzutrennen.

500 000 Klicker finden das ok?

Willkommen im Theater der „grossen Gefühle“, „der starken Momente“, der „hypes“.

Davon kann die kleine Angestellte, welche ein Brötchen geklaut hat, der Kapitaen der „G. Fock“, welcher offenbar in ersten Untersuchungen klar entlastet wird, der kleine Angestellte, der taeglich um seinen Job bangt (und dazu werden viele der 500 000 Klicker gehören) nur traeumen.

Glaubwürdigkeit light, Demokratie light.

Wie werden sich 500 000 Klicker verhalten, wenn die Strafuntersuchung gegen zu Guttenberg eröffnet wird? Das scheint sich ja abzuzeichen und dürfte der wesentliche Grund für den Gesinnungswandel zu Guttenbergs innerhalb 24 Stunden gewesen sein. Begründung: Wissentliche Verfaelschung einer Doktorarbeit. Also Lug und Betrug. Falls nicht: Einmal mehr wurde ein „starkes Wort“ zu Guttenbergs innerhalb von 18 Stunden Makulatur. („Ich habe dieses Amt auszufüllen und fülle das mit Freuden auch entsprechend aus“, sagte Guttenberg) Wieder die Frage, nach der Zuverlaessigkeit und Standfestigkeit also.

Der naechste Bundeskanzler…500 000 Klicks. Sie bestaetigen diesen Mann:“ Mach weiter wie bisher, du bist Opfer, wir stehen zu dir.“ Als Opfer zum Bundeskanzler. Das dürfte zu Guttenberg gefallen. Auf der Strecke bleiben Treu und Redlichkeit.

Deswegen ist jeder Klick Gift für das, was wir üblicherweise Anstand nennen.

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22 Kommentare zu “500 000 Klicks: Gift für zu Guttenberg

  1. Deswegen ist jeder Klick Gift für das, was wir üblicherweise Anstand nennen.

    Und unserer Rechstsystem wird vollkommen auf den Kopf gestellt.
    Bezeichnenderweise von denen welche dafür am lautesten auf die Barrikaden gehen.

    Die einzige Instanz die berechtigt und befugt ist ein Urteil über die Dissertation zu sprechen ist die zuständige Kommission der Uni Bayreuth.

    Das mag uns nicht gefallen und Zeit dauern, aber es ist so.

    Was hier an anonymen Anfeindungen und Vorwürfen aus dem Internet vorgebracht wird, reicht aus um die Rolle als Ankläger, Richter und Vollstrecker zu beanspruchen.
    Die dabei entstehende Dynamik, insbesonders in den betroffenen Teilen der Gesellschaft wurden dabei gewaltigt unterschätzt.

    Den „Eliten“ war ja schon immer klar das es so einen Politiker nicht geben kann.
    Und als „Betrüger“ ist er eine „Persona non grata“

    Den Medien, die ihn zunächst alle hochgejubelt haben, war es eine Wonne ihn anschließend wieder herunter zu holen. Insbesonders als er Montags „seine“ PK im Ministerium abhielt anstatt sich der BPK zu stellen.

    Dem breiten Volk hat man eine „Lichtgestalt“ genommen, dumm nur das diese „dumbe Wahlvolk“ plötzlich anfängt zu fühlen ( und in wesentlichen Teilen auch zu denken). Angesichts der Rumpelstilzchen im Bundestag, welche die „hohe Würde“ des Hauses gefährdet sehen, auch kein Wunder.

    Der Vorwurf um den es geht ist keine Bagatelle, das Krisenmanagement des Beschuldigten mehr als „suboptimal“ aber gibt uns das das Recht die Unschuldsvermutung ausser Kraft zu setzen?

    Dieses Grundrecht steht jedem Betroffenen zu sei er Pädophil, Mörder, Räuber oder Plagiator!

    Aber durch diese massive Welle an Anschuldigungen, im übrigen wissenschaftlich fragwürdig, wird eine Situation erzeugt in der alle Beteiligten nur Fehler machen können. Eine sinnvolle Verteidigung dagegen ist schlicht nicht möglich.
    Das Motto lautet schneller werfen als entkräftet werden kann, es bleibt schon was hängen.

    DAS IST ORWELL, nur eben andersrum !

    Armes Deutschland!

    • Das ist nicht Orwell, Wutbürger

      Merkst du, dass ich nur am Rande von dieser Doktorarbeit spreche? Diese war nur der Aufhaenger und wohl auch nur deshalb, weil Herr zu Guttenberg dieses Problem in albekannter Manier zu lösen trachtete. Da hat er Fehler gemacht. Es gabe aber auch Entgleisungen:

      Der Versuch der Bagatellisierung: „Ich stehe dazu, aber ich stehe auch zu dem Blödsinn, den ich geschrieben habe.“ Spricht man so über seine Doktorarbeit, die ja, wie wir inzwischen wissen zum grossen Teil aus zusammengesuchten Beitraegen geklittert, also nicht selbst geschrieben wurde…

      oder das hier: „Ganz offensichtlich übertrieben, um das mindeste zu sagen, ist auch Guttenbergs Behauptung in seinem im Internet verbreiteten Lebenslauf: „Freier Journalist bei der Tageszeitung ,Die Welt‘ (bis 2002)“. Das klingt nach jahrelanger freier Mitarbeit. Tatsächlich, so bestätigt ein ehemaliger Redakteur der Zeitung, der damals Guttenbergs Vorgesetzter war, handelte es sich um ein mehrwöchiges Praktikum im Sommer 2001.“ Quelle faz.net, da steht noch Vieles mehr drin.

      Nicht Orwell also, sondern Verdraengung der Realitaet, 500 000 mal.

      • Oh ja,
        da werden ihm Statements aus seinem Lebenslauf vorgeworfen. Gar „aufschneiderei“ wird da unterstellt.

        Schön !

        Was erwarten Sie denn von einen damals 36 jährigen?

        Studium, 20 – jährige Berufserfahrung, astreinen Dr.-Titel und das integre Wissen des Universums.

        Toll.

        Entscheidend für mich und offensichtlich viele andere Bürger, auch wen die überwiegende Mehrzahl es nicht ausdrücken kann, ist doch die Tatsache was dieser Mann in seiner kurzen Politikerkarriere geleistet hat.

        Alleine sein Eintreten für die Soldaten, die Emphatie, die er persönlich, Ihnen und Ihrer Arbeit entgegengebracht hat, das längst überfällige korrigieren des öffentlichen Bildes vom Afghanistaneinsatz als bewaffnetes THW, ist schon mehr als manch anderer in seinem ganzen politischen Lebenslauf zustandebringt.

        Unbequeme Wahrheiten aussprechen, die sich er Rest der etablierten Politiker nicht mal traut in den Mund zu nehmen.
        In Hintergrundgesprächen aber sehr wohl zgebend das es so ist. Wie bigott ist den dieses Verhalten?

        Und von der oben geschilderten Sorte haben wir wahrlich mehr als genug in den entsprechenden Entscheidungsgremien sitzen. Sei es in der Politik, der Wirtschaft oder gar der Wissenschaft.
        Wohin das führt können wir an der Wirtschafts-, Banken- , Euro- und Sicherheitskrise leibhaftig spüren.

        Und um mal Volker Pispers zu zitieren :

        „Wirtschaftswissenschaftler ? Was dümmeres findet man in keinem Zoo!“
        (hoffentlich korrekt zitiert 😉 )

  2. Inhaltlich langatmig, schlecht argumentiert… Dann rückst du einfach Text ein, ohne Sinn und Verstand. Deine Ä-Taste sollte mal repariert werden.
    Neid-Bürgertum, was selbst nichts drauf hat, lässt grüßen.

    • Ach lass mir doch meine „ae“-Taste. Gemessen an dem, was ansteht sind das doch Peanuts, oder eben Körnchenpickereien. Ansonsten hast du eigentlich wenig zu sagen

  3. 1. Guttenberg hat vor 4 Jahren seine Doktorarbeit abgegeben – und vor knapp 10 Jahren damit begonnen. Seine Verfehlung lag weit vor dem Amt.

    2. Er hat den Doktor in Jura gemacht. Das hat mit dem Amt des Verteidigunsministers rein garnichts zu tun.

    3. Er hat – trotz teilweise übernommener Formulierungen – 7 Jahre an seiner
    Dissertation gearbeitet. 7 Jahre intensive Gespräche mit der Universität und den Betreuern geführt. D.h. nach der Aberkennung des Doktortitels hat er 7 Jahre „vergebens“ gearbeitet. Ich denke dies ist Strafe genug.

    4. Jeder, der eine Arbeit schreibt, beginnt mit einer Recherche und sammelt Texte und Zitate. Gerade bei der Recherche im Internet kann man aber schnell den Überblick verlieren. Oft sind die ursprünglichen Autoren auch im Internet nicht ausgewiesen. Vor allem bekommt man Probleme, wenn man jahrelang an etwas schreibt. Es wird immer von „Lug und Betrug“ gesprochen… die Probleme können aber auch ganz einfach durch unsauberes Ablegen der Quellen entstanden sein. Zumal Herr Guttenberg ja noch weit mehr Aufgaben (Abgeordneter, etc.) zeitgleich hatte. Ich finde es arrogant es sich so einfach zu machen… und von Betrug und Vorsatz zu schreiben. Das ist Schwarzweiß-Denken.

    5. Weiterhin ist es arrogant, anzunehmen, das 70% der Bevölkerung, die Guttenberg zustimmen, sich nicht kritisch mit Politik, Moral und Werten auseinandersetzen.
    Wieviele der Abgeordneten haben ihr Ehegelöbnis (das sie vor Gott geschlossen hatten) gebrochen? Wie moralisch (bzw. unmoralisch) war die Wortwahl der Opposition bei der Fragestunde im Bundestag? Das Fehlverhalten von zu Guttenberg ist zu relativieren… vor allem unter Berücksichtigung der oberen Thesen.

    6. Bei der Rücktrittsrede sagte Guttenberg, das sich die Medien auf ihn fokussiert hätten und wichtige Ereignisse (wie beispielsweise der Tod von 3 Soldaten) zur Randnotiz verkommen ist. Leider muss man sagen, das genau dies zutrifft. Guttenberg hat einfach eine bessere Quote verursacht als irgendwelche Toten oder demokratische Revolutionen. Es gab teilweise 4 Talkshows parallel zu dem Thema… aber keines über Afghanistan, weit weniger auch zu Libyen und co. Ein Armutszeugnis für den deutschen Journalismus.

    7. Zu den Leistungen Guttenbergs: Man muss feststellen, das dieser mehr als 7 Mal in Afghanistan bei seinen Soldaten war, während seine Vorgänger so etwas stets gemieden haben. Er genoss höchstes Ansehen bei den Soldaten. Er hat eine längst überfällige Reform angestoßen und die überflüssige und unmoderne Wehrpflicht ausgesetzt. Er hat sich als Wirtschaftsminister (bei Opel) intensiv gegen eine Ausschüttung des deutschen Füllhorns eingesetzt. Was haben denn Struck, Scharping, Volker Rühe und Co im Vergleich geleistet? Nichts… und das über Jahre.

    8. Er war der einzige Deutsche, der sich im Ausland ordentlich artikulieren konnte. Ich erinnere da mal an seinen Aufenthalt in New York. Dadurch hat er uns viele Türen geöffnet und hohes Ansehen für Deutschland eingebracht. Auch ein Verdienst zu Guttenbergs.

    9. Der größte Verdienst zu Guttenbergs ist aber, die Aufmerksamkeit auf die Politik gelenkt zu haben. Durch sein forsches Auftreten und seine Eloquenz hat er der Deutschen Politik mehr Dynamik gegeben. Unsere Demokratie ist abhängig von dem Gang des Volkes zur Wahlurne. Verlieren wir populäre Politiker wie Guttenberg, wird die Politikverdrossenheit zunehmen. Wir haben das zuletzt in Hamburg gesehen.

    Letztendlich muss man feststellen, das es ein Trommelfeuer der Medienberichterstattung gegeben hat. Viele wichtige Themen (Revolutionsbestrebungen für Demokratie in Libyen, Ägypten und Co, der Tod von Soldaten,…) wurden dem untergeordnet. Das ist Erschreckend. Desweiteren ist es ein typisch deutsches Phänomen, das wir unsere populären und erfolgreichen Leute kaputt machen.

    Beispiele: „Lena Meyer-Landrut“ gewann für Deutschland den Grand Prix…. doch die Anerkennung hielt nicht lange an. Wie viele Leute haben plötzlich von „Hass auf Lena“ gesprochen? Wieviele Leute wollten Sie stürzen sehen… weil sie einen speziellen Englisch-Akzent hat, weil Sie ihnen zu lebhaft war, weil sie zu gut aussah, etc. „Ich hasse Lena!“ schallt noch in meinen Ohren. Dabei ist gerade Sie jemand, der international viele Fans hat. In den skandinavischen Ländern laufen Fans mit Lena T-Shirts rum, schreiben Deutsche Sätze auf Fanplakate. Eine tolle Leistung… ähnliches hat Guttenberg geleistet. Kann man darauf nicht stolz sein. Muss es immer das deutsche „Kleindenken“ sein?

    Durch den Neid als auch die Oberflächigkeit einer Minderheit des Volkes vernichtet Deutschland seine Talente. Wir hören erst auf wenn sie genervt zurücktreten, auswandern oder sich umbringen.

    Mehr als 70% Zustimmung in repräsentativen Umfragen für zu Guttenberg… und trotzdem musste er zurück treten. Nicht die Wissenschaft, sondern die Demokratie hat nachhaltig Schaden genommen.

    Armes Deutschland.

  4. … aber auch die Herren Professoren sollten hier nicht aus der Verantwortung genommen werden. Sowohl die der Uni Bayreuth als auch der Zweitgutachter Herr Prof. Streinz sind ebenso als Täter anzusehen. Meiner Meinung nach wurde diese Doktorarbeit „durchgewunken“ und somit sind hier noch einige Rücktritte fällig !!

  5. Also meinen „Klick“ bekommt er nicht… egal wie lang das nun her ist, ob er nun die „Übersicht“ über seine Internetrecherche verloren hat, ob das mit seinem Amt so nun gar nichts zu tun hat… ja auch wenn er geradezu für dieses Amt prädestiniert wäre…

    Für mich muss ein Volksvertreter nun mal integer sein. Tut mir leid. Natürlich kann jeder mal einen Fehler machen, aber ich weigere mich, dass hier als „versehentlich“ abzutun. Schon der Lebenslauf dürfte vorsätzlich „geschönt“ sein…

    „Geschönt“… auch wieder Verniedlichung. Gefälscht. Punkt. Aus.

    „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“

    Ich finde es schon seltsam, dass so viele Menschen das Ganze als verjährt oder banal abtun. Von Guttenberg ist ja so ein Lieber, ein richtiger Schwiegermuttertyp, ein Fähiger.

    Was ist denn noch Unrecht? Kindesmissbrauch? Die Kirche will den Opfern immerhin bis zu 5000 Euro zahlen, für ihre zerstörte Seele… Wir stumpfen ab. Versehentliches Fälschen ist ein Kavaliersdelikt, für Wirtschafts- und Steuerbetrug muss man schon ein gewiefter Fuchs sein.

    Ja, vielleicht bin ich da konservativ, eine Spießerin, vielleicht erwarte ich zuviel von der Welt oder unserer politischen Führung. Aber lieber bin ich ein Relikt von gestern, als mitanzusehen, dass alte Werte nichts mehr gelten.

    Nun klick ich mich mal wieder raus. Denn eines stimmt: Die Sache hat eine definitiv zu hohe Medienpräsenz. Es gibt Wichtigeres auf diesem Planeten. Schon seltsam, welche Macht ein Mausklick haben kann.

    • Als Guttenberg seine Dissertation begonnen hat, war er noch wesentlich jünger. Nämlich Ende 20. Der heutige Guttenberg muss mit dem damaligen überhaupt nichts mehr zu tun haben. Jeder von uns hat im Laufe des Lebens mal Sachen gemacht, die zu bedauern sind.

      Zudem möchte ich mal fragen: Wie viele CD-Raubkopien haben Sie in Ihren Regalen stehen? Wieviel illegale MP3 Lieder heruntergeladen? Haben Sie Ihre GEZ ordnungsgemäß angemeldet?

      Das Haus wäre leer, wenn nur „integre“ Politiker auf die politische Bühne dürften. Oder es wären nur langweilige Buchhalter-Typen – ohne Ausstrahlung, ohne selbstsicheres Auftreten, ohne Charisma. Entsprechend gering wäre das Interesse des Volkes an Politik.

      • Lieber Thomas,
        ich gebe Ihnen Recht, dass der heutige von Guttenberg nicht der damalige sein kann. Scheinbar sehen wir beide die Frage, ob so eine alte Geschichte überhaupt noch gewertet werden darf, unterschiedlich.
        Mir ist das wesentlich. Und ja – wie hoch ist der tatsächliche Schaden dieser Tat? Würde z. B. ein Arzt in dem zarten Alter einen Fehler begehen – wissentlich – hätte ihm das definitiv in der Karriere geschadet.
        Ich nehme mich da nicht aus – hätte ich wissentlich in meinem Job etwas geschönt, einen Vertrag beispielsweise, oder eine Bilanz, um einen Kredit zu bekommen, dann würde mir sogar Berufsverbot drohen… ja, damit bin ich vielleicht ihr langweiliger Buchhaltertyp.

        Und tatsächlich habe ich nicht eine CD-Raubkopie oder illegale MP3 Lieder. Und die GEZ kennt mich auch.

        Ich will mich damit keines Falles brüsten. Wie gesagt, wir sind menschlich und machen Fehler, davon bin ich auch nicht frei. Wir reden hier aber nicht mehr von menschlichen Schwächen, sondern definitiv von einer Straftat. Und auch wenn es möglicher Weise keinen Schaden gab, bleibt es eine. Ich bin schlicht gegen dieses „Schwamm drüber“.

        Würde von Guttenberg ordnungsgemäß dafür einstehen, sähe das für mich anders aus. Aber dafür einstehen, kann eben auch Berufsverbot oder eben Abstinenz von der politischen Bühne heißen.

        Wir haben definitiv zu viele, die mit selbstsicherem Auftreten ihre Fehler entschuldigen. Und gerade das das Volk mehr die Bühnentypen, denn die anpackenden (mit den Händen, nicht der Stimme) möchte, ist für mich schwer verständlich.

        Die Führungselite sollte nicht aus „Popstars“ bestehen, sondern aus Menschen, die zu ihrem Wort stehen – zu ihrem Wort – wohlgemerkt.

        Das ist nur meine bescheidene Meinung und das ich damit zu einer aussterbenden Art gehöre, ist mir bewußt.

        Natürlich ist es seltsam, das gerade eben jemand diese Doktorarbeit ausgräbt und aufs Kleinste untersucht. Vielleicht wurde von Guttenberg unbequem, möglicher Weise will jemand definitv schaden. Aber das gleicht von Guttenbergs „Faux pas“ nicht aus.

  6. Das herunterladen einer MP3 ist auch eine „Straftat“. Aber sollte man dafür dann direkt auch im Beruf gekündigt werden?

    Ich kann nicht sehen das er nicht zu seinem Wort steht. Er hat gesagt das er Fehler gemacht hat. Er hat gesagt, das er die Fehler nicht absichtlich gemacht hat. Er hat sich entschuldigt. Er hat den Doktortitel aberkannt bekommen. Ich denke das sollte reichen… muss man immer direkt den ganzen Menschen mitsamt Karriere vernichten? Ist das noch menschlich… oder doch eher animalisch? Ist das nicht über ein moralisches Ziel hinausgeschossen?

    • „Das herunterladen einer MP3 ist auch eine „Straftat“. Aber sollte man dafür dann direkt auch im Beruf gekündigt werden?“

      Wenn das Herunterladen einer MP3 eine Straftat ist, was ist denn das bewusste Zusammenkopieren einer Doktorarbeit ohne Quellenangaben? Vorsichtig geschaetzt stammen über 50% dieser Arbeit nicht aus zu Guttenbergs Feder, sondern von andern Autoren. (Andere Quellen meinen 72%).

      Und das alles will der „Jungspund“ zu Guttenberg im zarten Alter von 34 Jahren (damals gab er diese Arbeit ab und war bereits Politiker) nicht bemerkt haben, übersehen haben?

      Er wird der bewussten und arglistigen Taeuschung überführt werden, sollte nun mal aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit raus, denn er schadet allen, am meisten sich selbst. Das ist meine Meinung

  7. Das mag Deine Meinung sein. Ich habe eine andere.

    Im übrigen kann man eine Doktorarbeit nicht einfach zusammenkopieren. Die Passagen sind ja kein Flickwerk, sondern ein in sich logisch aufgebautes und schlüssig formuliertes Buch. Es ist, auch in dieser Art, eine wissenschaftliche Leistung (wenn auch keine klassische Doktorarbeit), an der 7 Jahre geforscht und geschrieben wurde.

    Guttenberg hat sich so intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt das er sogar die THEORETISCHE Prüfung vor einer Unikommission mit Bestnote bestanden hat. Desweiteren war Guttenberg über die Jahre einer der besten Studenten von Häberle.

    Guttenberg war alleine 9 mal in Afghanistan. Ein respektabler Einsatz und eine hohe Wertschätzung der Soldaten.

    Es ist unglaublich wie einfach und zweidimensional die Menschen oft denken und wie schnell und fahrlässig sie Existenzen zerstören.

    Das ist meine Meinung.

    • „Guttenberg hat sich so intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt das er sogar die THEORETISCHE Prüfung vor einer Unikommission mit Bestnote bestanden hat. Desweiteren war Guttenberg über die Jahre einer der besten Studenten von Häberle.“ Quelle?

      Wie steht es denn damit? „Laut eines aus „Fakultätskreisen“ unterrichteten Presseberichts wurde Guttenberg mit einer Ausnahmegenehmigung von Karl-Georg Loritz, seinerzeit Dekan an der Universität Bayreuth, zur Promotion zugelassen, da es sich bei seinem juristischen „Prädikatsexamen“ um ein „kleines Prädikat“ handle, mit der Note „befriedigend“ im „unteren Bereich“, die normalerweise nicht zu einer Promotion berechtigt.“ Quelle wikipedia

  8. Mein Opa ist übrigens Hobby-Maler. Er hat in seinem Leben vor allem große Klassiker abgemalt und ihnen eine individuelle Note gegeben. Sind das jetzt alles Plagiate ohne künsterische Note? Muss er jetzt seinen Job bei der Deutschen Bahn kündigen?

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