Japan: Das Undenkbare JETZT denken

Die Nachrichtenticker laufen heiss, Fukushima steuert auf den nicht für möglich gehaltenen Gau zu. Es bedarf wohl eines grösseren Wunders, um diese schreckliche Entwicklung noch stoppen zu können. Alleine ein Stromkabel wird da nicht reichen.

İn all der Nachrichtenflut, teilweise mit völlig gegensaetzlichen Meldungen, faellt es schwer, die Übersicht zu behalten. Trotzdem: Es scheint, wir hier haben die besseren İnformationen als die Leute, welche dort leben.

Die Situation: Die Anlage Fukushima 1 mit 6 Reaktoren ist drauf und dran, atomar zu verglühen und zwar in Etappen. Das Schreckliche daran: Es geht nicht „einfach“ um 6 Kernschmelzen in den Reaktoren, sondern auch und vor allem um 6 so genannte Ruhebecken in denen abgebrannte Brennstaebe weitgehend ungeschützt lagern und welche zumindest in Reaktor 4 inzwischen so heiss sind, dass ein neuer Brand befürchtet werden muss. Dies würde dann bedeuten, dass in noch weit höherem Masse als bisher Radioaktivitaet entstehen würde.

Da aber bereits jetzt die Verstrahlung auf dem Gelaende derart hoch ist, dass eigentlich nur noch Selbstmordkommandos da drin arbeiten, dies in der Hoffnung, doch noch Erfolg zu haben und damit Millionen von Menschen zu schützen,  summiert sich die Verstrahlung der Region von Stunde zu Stunde auf.

Es ist davon auszugehen, dass diese Anlage waehrend Wochen erodiert, schmilzt und unglaubliche Mengen von Radioaktivitaet freisetzt. Das wiederum bedeutet, dass, egal wohin der Wind blaest, sich Schadstoffe absetzen, einzelne haben eine Halbwertszeit von über 2000 Jahren.

Fachleute sehen bei einem Supergau auf Grund der andern Reaktorkonstruktion durchaus das Risiko einer überregionalen  Verstrahlung, vor allem aber  eine intensive regionale Kontaminierung, das war bei Tschernobyl anders.  Die gewaltige Explosion und das Feuer wirbelten die Radioaktivitaet hoch hinauf und ganz Europa kriegte diese Wolke mit. İn Bayern gibt es noch heute Regionen, in denen Jaeger erlegte Wildschweine nicht verzehren können, sondern auf Grund nach wie vor zu hoher radioaktiver Belastung als Sondermüll abgeben müssen… Dasselbe gilt für Pilze.  Dies 25 Jahre nach Tschernobyl. Das war ein Reaktor, welcher in die Luft ging.

İm Falle Fukushima ziehen da Experten für den schlimmsten angenommenen Fall von Kernschmelzen einen  Radius von 300 Kilometern, welcher auf Jahrzehnte hinaus nicht bewohnt werden kann.

Was heisst das im Falle Japan? Ein Grossteil der İnsel könnte also nicht mehr bewohnt werden. Was dies bei der sehr hohen Bevölkerungsdichte mit 330 Personen/km2 heisst, mag sich jeder selbst ausrechnen.

Also waere es eigentlich an der Zeit, dass nun die Weltgemeinschaft zu denken beginnt, bevor die ganze Katastrophe  die Menschen in Japan  erfasst. Wie kann ein Masterplan für die Bevölkerung im Umkreis von 300 Kilometern um Fukushima aussehen? Dazu gehört Tokio… Oder ist es besser zu sagen: Japan schlechthin…

Undenkbar? Es ist höchste Zeit, auch  daran zu denken, finde ich.

Wollte da noch jemand nachschieben, Kernenergie sei umweltfreundlich, sauber?

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2 Kommentare zu “Japan: Das Undenkbare JETZT denken

  1. Bieten wir doch für alle Kernkraft- Freunde ( ich denke da an Politiker verschiedener Nationen und die Atomlobyisten) einen Sonderflug mit Al- Inklusiv nach Japan an…. das Besichtigungsprogram könnte dann folgendermassen aussehen:
    Sonderflug nach Tokyo, bitte nehmen sie Getränke und Esswaren selber mit!
    Sie werden dann mit einem Kleinbus durch fast menschenleere, eindrückliche Gebiete gefahren, entschuldigen Sie, dass wir in der Nacht da durch fahren müssen!
    Nach einem selbst mitgebrachten Lunch, welchen wir leider im Bus einnehmen müssen, erhalten sie von uns eine spezielle Kleidung und wir machen Sie mit einigen Sicherheitsbstimmungen bekannt, da wir nun in die …………!
    ….wie es immer so schön heisst: Auf eigenes Risiko!
    Jedes Land, welches Kernkraft auch jetzt noch fördert, macht sich keine Gedanken, dass Atompartikel, im Falle einer Entweichung, keine Grenzen kennt und so auch alle Länder in seiner Nachbarschaft gefärdet!
    In die Planung der Atomkraftwerke werden auch kaum entstehende Kosten für die zukünftige Sanierung, Verbesserung und Sicherheit miteingerechnet…sieht aber am Anfang immer ganz schön günstig aus… der Strom aus dem Atommeiler!
    Der bittere Nachgeschmack folgt nun…auf dramatische Art und Weise und kann jederzeit und überall wieder auf uns zukommen.
    Atomkraft? Nein und nochmals nein unter diese Vorausetzungen!
    Ach ja….und wer möchte nun noch mit nach Japan?

  2. Pingback: Fukushima: Der mediale Reaktor-Tunnelblick | Das Projektörchen

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