Japan: Kommunikation zum Thema Verstrahlung

9 Tage nach der schweren Katastrophe in Japan lesen wir zunehmend Meldungen über Verstrahlungen. Zuerst Spinat „aus der Umgebung“ des Kraftwerkes Fukushima, dann leicht verstrahltes Trinkwasser in Tokio, aber völlig unbedenklich.

Seit gestern Raps. Auch hier eine Beschreibung welche plumper nicht sein könnte und trotzdem tickert sie durch alle Kanaele:

Das Gesundheitsministerium in Tokio teilte mit, Tests hätten ergeben, dass die Strahlenbelastung aus dem verunglückten Atomkomplex von Fukushima vermutlich weiter reiche als angenommen. Der Sprecher des Ministeriums, Yoshifumi Kaji, sagte, Messungen bei Raps hätten „bedeutende Dosen an Strahlung“ ergeben. Die Proben stammten aus Regionen, die bislang mit erhöhter Radioaktivität nicht in Zusammenhang gebracht worden seien.“

..und dankbar beten die anwesenden Journalisten und Agenturen diese Meldung nach. Dürfte man nachfragen?

  • Worin bestehen die „bedeutenden Dosen an Strahlung“. Was wurde da gefunden. Oder misst man noch mit dem Geigerzaehler? Zahlen und Analysen, bitte!
  • Der Regierungssprecher bezieht sich nicht auf eine Region, sondern bedient sich des Plurals. Regionen! Ja welche denn, bitte? Namen?
  • Wann werden endlich mehr Messstationen errichtet? Damit kaeme man erstens zu mehr Ergebnissen und müsste zweitens konkrete Nachfragen von Journalisten nicht mit der Standardantwort: „Dazu liegen uns leider keine Messergebnisse vor“, ins Leere laufen lassen.

Erweist man irgendwem einen Dienst, indem man all diese İnfos als mittleres  Staatsgeheimnis verpackt praesentiert? Nein. Verunsicherung und Misstrauen machen sich breit.

Denn: Dort wo nach nur einer Woche Raps mit „bedeutenden Dosen an Strahlung“ gepflückt wird, dort leben auch Menschen. Raps scheint aber wichtiger zu sein…

„Die Regionen, die bisher nicht mit erhöhter Strahlung in Zusammenhang gebracht wurden“ müssen sich folglich ausserhalb des 30-Kilometer-Sperrbereiches befinden und sind bereits recht dicht besiedelt.

Raps darf also nicht mehr zum Verkaufe angeboten werden. Die Menschen, welche denselben anbauen und in diesen Regonen leben, sie dürfen bleiben und sich weiter verstrahlen lassen. Denn sie wissen nicht, dass sie betroffen sind. Oder doch? Wo gibt es überall Rapsanbau in Japan?

İrgendwo habe ich gelesen „in 43 von 47 Praefekturen“.

Alles klar?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s