Atomkraft: Frau Merkel und die Ethik

Was haben wir in den letzten 12 Monaten für eine Berg-  Talfahrt in Sachen „Atomkraft in Deutschland“  erlebt. Wie wurden wir von der Regierung belabbert, dass auch alte Meiler höchsten Sicherheitsstandards genügen würden und ruhig noch einige Jaehrchen laenger am Netz bleiben dürften.. Versorgungssicherheit usw. usw. dasalles bei gleichzeitig stiefmütterlicher Behandlung der erneuerbaren Energien. Ein toller Pakt wurde da zwischen Regierung und KKW-Betreibern geschnürt.

Dann kam Fukushima und mit diesem tragischen Ereignis erkannten allen Politiker einmal mehr, dass im Volke keine Mehrheit für eine weitere Betriebsverlaengerung von AKW’s mehr bestand und AKW-Kritik zunehmen werde. Und das alles vor wichtigen Wahlen.

Also Rückzug, alles wird anders. Auf Grund der Ereignisse geht Frau Merkel in sich, verkündet Moratorium, welches kein Moratorium ist, ansonsten es rechtliche Probleme gaebe usw.. Fazit. 7 „alte“ Kraftwerke sollen für die Dauer vom Netz, Sicherheitsbeurteilung auf Grund einer neuen Situation…und siehe da..die Lichter gehen nicht aus.

All das, was man früher behauptet hat, trifft also gar nicht ein. Somit wirkt auch der vor einem Jahr gefaellte Entscheid mit all seinen Begründungen unglaubwürdig und das, was jetzt geboten wird ist lediglich nervöses Schielen auf die Wahlbarometer…

Die Kanzlerkarre steckt im Dreck fest, zuviel politisch kontaminierter Schrott wird da mitgeführt. Und die Kanzlerin löst das in ihrer bekannten Manier. Sie faellt wieder einen Entscheid mit dem „nötigen Augenmass“,  wirft das Thema Atomkraft aus dem Karren und zwei Kommissionen vor die Füsse. Diese sollen nun bis Juni Entscheidungsgrundlagen erarbeiten und die Kanzlerin wird sich dann mit dem erneut „nötigen Augenmass“ dem Spruch der Weisen beugen und einen „historisch bedeutsamen Entscheid“ faellen.

Besonders zu erwaehnen ist neben der Kommission für Reaktorsicherheit die direkt dem Kanzleramt unterstellt Ethikkommission. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Ethikkommission im Zusammenhang mit Atomkraft!

Kann denn diese Kommission zu diesem Thema irgend etwas anderes als schnellstmöglichen Verzicht auf Kernkraft anordnen, oder hat die Kanzlerin gleichzeitig (und uns nicht bekannt…) den Begriff Ethik neu definiert? Auf Grund der Zusammensetzung dieser Kommission ist klar, da wird der Ausstieg kommen, ohne Wenn und Aber.

Wozu braucht es die Kommission also? İm Volke ist die Mehrheit zum Ausstieg da, war sie es auch vor einem Jahr, als der frühere Ausstiegsentscheid umgestossen und in „Brückentechnologie“ umformuliert wurde, gegen eine deutliche Mehrheit des Volkes.

Da liegt das Glaubwürdigkeitsproblem der Kanzlerin. Nach alledem von Ethik zu sprechen und diese in eine Kommission „auszulagern“ ist unethisch. Jeder Bürger ist angehalten, Eigenverantwortung zu übernehmen, für das gerade zu stehen, was er macht und nicht bei jeder Gelegenheit das Hemd zu wechseln oder das Faehnchen in den Wind zu haengen.

Genau das macht aber die Kanzlerin zur Zeit.

Nachtrag:

Peinlicher Fauxpas von Rainer Brüderle: Der launige Bundeswirtschaftsminister soll vor Wirtschaftsführern aus der Energiebranche eingeräumt haben, dass die Bundesregierung das Atom-Moratorium aus Rücksicht auf den Wahlkampf verhängt habe. Quelle

Noch Fragen???

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