Fukushima: Das Schönschwatzen einer Katastrophe

Beim Lesen der heutigen Nachrichten sind mir wieder einige Aussagen von TEPCO oder Regierung aufgefallen.  İch weiss nicht, wie es EUCH dabei geht, aber langsam beginne ich mich darüber zu aergern, dass hier nicht dagegen gehalten wird:

Im Reaktor 2 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Eins hat nach Einschätzung der japanischen Regierung vorübergehend eine Kernschmelze eingesetzt.

Vorübergehend meint im üblichen Sprachgebrauch, dass das Ende absehbar ist.  Kernschmelze wird also verharmlost, indem man  „vorübergehend“ kommuniziert. Ja richtig, Jede Kernschmelze geht mal vorüber….. Als dpa-Meldung lief diese Nachricht durch alle Ticker und anstatt zu kotzen ob solcher Verharmlosung, wurde sie gedruckt…

Der Betreiber TEPCO ist diesbezüglich bereits etwas vorsichtiger:

Leider gebe es keinen konkreten Zeitplan, um klar zu sagen, in wie vielen Monaten oder Jahren die Krise vorbei sei, sagte der Tepco-Vizepräsident Sakae Muto. An der Börse in Tokio brach die Tepco-Aktie am Montag um 14 Prozent ein.

Diese Meldung und das, was die Regierung sagt, passen doch zusammen wie ein Eisberg und die Wüste… İmmerhin, TEPCOS Aussage scheint zumindest die Spekulanten etwas zu erschrecken..

„Messfehler“:

Das Unternehmen Tepco meldete zunächst millionenfach erhöhte Strahlenwerte, korrigierte die Angaben jedoch kurze Zeit später auf „nur“ 100 000-fache Verstrahlung.

Ja, gemessen an 10 Mio ist Hunderttausend weniger – endlich eine gute Nachricht….Geschmackloser gehts nicht.  Übersehen wurde: Das ist immer noch 100 000 mal zuviel, oder: Eine Stunde in diesem Strahlenwert birgt das Risiko gesundheitlicher Schaeden. Wie lange arbeiten die Leute vor Ort schon unter dieser Belastung, denn das Wasser kam ja nicht von einer Stunde auf die andere..

Ein Mann bringt die Sache auf den Punkt:

Der Atom-Experte Najmedin Meshkati von der University of Southern California sagte, die Situation sei deutlich ernster, als angegeben. „Das ist deutlich mehr als das, was eine Nation alleine bewältigen kann.“ Meshkati forderte ein Eingreifen des UN-Sicherheitsrates.

Und ich wiederhole mich, es geht dabei nicht einfach um dieses havarierte Kraftwerk, sondern in erster Linie  um die Menschen, welche weiterhin in stark verstrahltem Gebiete wohnen und nicht evakuiert werden. Das ist ein Riesenskandal. Greenpeace beginnt nun, erste Ergebnisse zu publizieren:

Nach Angaben von Greenpeace herrscht in dem Ort Iitate 40 Kilometer nordwestlich des Kraftwerks eine Strahlenbelastung von bis zu zehn Microsievert pro Stunde. Ein solcher Wert mache eine Evakuierung notwendig. Vor allem für Kinder und Schwangere sei es nicht sicher, weil sie bereits innerhalb weniger Tage der jährlich erlaubten Strahlenbelastung ausgesetzt seien, teilte Greenpeace-Strahlenexperte Jan van de Putte mit.

Auch das müsste ein Thema für die UNO sein, denn es werden in den kommenden Tagen mit Sicherheit unzulaessig hohe Strahlenwerte in bedeutend grösserem Abstand zu Fukushima gemessen werden. Warten, bis sich der Wind dreht..

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