Fukushima: Mal etwas umfassender gedacht

Die Nachrichten in den Medien zum Thema AKW-Desaster werden immer bruchstückhafter und auch lachhafter. Mal abgesehen von den nichtssagenden Statements der Verantwortlichen vor Ort, kann man  auf Grund der verschiedenen Fragmente, welche da durch den Blaetterwald segeln, schon Einiges zusammenpuzzeln.  Dabei komme ich auf ganz seltsame Gedanken:

1. Löscharbeiten-Verstrahlung:

Nun ist also klar, dass es mehrere Lecks in der Anlage Fukushima 1 gibt, welche offensichtlich Grundwasser und Meer radioaktiv verstrahlen.  Das heisst: Je mehr Wasser man oben reinschüttet, desto mehr laeuft unten radioaktiv belastet wieder raus. Hmmm.. wie lange soll das dauern? Fachleute meinen Monate und wehe man kühlt nicht, dann geht das alles wieder von vorne los. Nach dem jetzigen Rezept gegen die Katastrophe werden  also Zehntausende Tonnen von Wasser  verwendet, um etwas zu kühlen, was zum grossen Teil schon geschmolzen scheint… Weshalb laesst man das Ding eigentlich nicht durchglühen? İm Moment hohe Verstrahlung, aber anschliessend könnte mit dem Eindeckeln begonnen werden..

Kühlwasser abpumpen?

Damit  lagert man ja nur ein Problem um: Hochverseuchtes Wasser aus der Anlage soll in Tankschiffe oder ein Riesenfloss umgepumpt werden. Toll, und was geschieht damit? Raus aufs Meer und rein ins Meer mit der Sauce?? Ansonsten: Auch hier gibt es Stoffe mit mindestens 30 Jahren Halbwertszeit, beispielsweise Caesium… In der Zeit rostet der Pott durch und wohin stellt man ihn? Das ist ja auch eine Strahlenbombe…  Könnte es sein, dass der „Kampf gegen den Gau“, der in Wirklichkeit schon laengst „ein Kampf im Gau“ ist, letztendlich viel mehr Schaden verursacht, als der so gefürchtete Supergau?

Personal:

400 bis 600 Personen sollen in der Anlage arbeiten.  Dabei sind sie Strahlungswerten ausgesetzt, welche eigentlich nach einem stündigen Einsatz den sofortigen Abzug aus der Anlage erfordern würden.  Alles Andere ist gesundheitlicher Ruin. TEPCO versucht derzeit, gegen Tagesgagen von 1600 Dollar Leute für besondere Einsaetze in die Anlage zu kriegen… Wenn man nun davon ausgeht, dass die Anlage im derzeitigen Zustand waehrend mindestens 4 Monaten weiter mit Volldampf gekühlt werden muss, dürfte die Frage sein, woher das dazu notwendige Kanonenfutter-Personal kommt… oder eben doch durchglühen lassen? Tepco wollte ja seine Leute 5 Tage nach dem Beben aus der Anlage abziehen…

Evakuierungsplan:

Die Regierung bröckelt jetzt langsam die Wahrheit aus der Verpackung: İm 20- Kilometer-Radius sei an eine Rückkehr nicht zu denken und zwar laenger, als ein Menschengedaechtnis reiche, so die blumige Umschreibung.  Ja, das dürfte zutreffen. Nur: Was geschieht denn mit Fukushima 2, 12 Kilometer von der havarierten Anlage entfernt? Wer  wird denn regelmaessig dort arbeiten, vor allem auch die Ruhebecken betreuen? Das waere ja Arbeit in der Todeszone… 4 Reaktoren, 4 Becken und scheinbar angegliedert ein grosses Ruhebecken mit vielen Tonnen Brennstaeben. Wie gross ist der Personalbedarf angesichts der jetzigen Strahlenwerte und einer voraussichtlich kritischen Zeit für Fukushima 1 von mindestens einem Jahr,  um die Anlage Fukushima 2 nicht auch aus der Hand zu geben? Arbeit in der Todeszone, auch in Fukushima 2.

Diese ganze Geschichte ist derart komplex und verstrickt, ohne wirklich  konkreten Lösungsansatz. Die Menschen dort und wir werden Getriebene einer Technik, welche auf unabsehbare Zeit ausser Kontrolle geraten ist. Der Preis? Nicht abschaetzbar, aber Existenz gefaehrdend. Nicht nur für Japan.

Atomkraft? Nein danke !

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