Fukushima: Die Dauerbaustellen vermehren sich taeglich

Irgendwie scheint das ganze Krisenbewaeltigungsszenario in Fukushima darauf angelegt zu sein, neben dem eigenen AKW-Problem rundherum zusaetzliche hochriskante Baustellen zu eröffnen.

Im Bestreben, die Reaktoren weiterhin zu kühlen (ein Wunsch der Atomlobby, um nicht mit einem offensichtlichen Super-Gau da zu stehen?) wird gekühlt auf Teufel komm raus. Das Wasser, welches oben reingegossen wird, darf aber unten nicht abfliessen, da hochradioaktiv. Allerdings gibt es verschiedene Lecks und so tritt diese Brühe eben trotzdem aus. Lösung? Man nimmt „nur“ 100-fach über den Grenzwerten liegendes Kühlwasser intakter Ruhebecken und pumpt dieses ins Meer. Etwa 10 000 Tonnen. Das muss so schnell geschehen, dass nur noch ein Weg offen bleibt: Die Regierung. Diese erklaert:“Es gibt keine andere Lösung“. Und als Beruhigung: Man wird eine Schwimmbarriere machen, um das verstrahlte Wasser in der Bucht zu halten. Na dann, viel Glück. İch sage es jedoch heut schon: Die Barriere zu installieren braucht Tage, wenn nicht Wochen, das „leicht verseuchte Wasser“ wird aber jetzt und heute ins Meer gepumpt. Also reine Verarsche und alle Fachleute schauen da zu. Da spielt aber die Atom-Lobby ganz toll erste Geige.. Gibt es irgendeine offizielle Analyse, was für Stoffe in welcher Konzentration hier letztlich ins Meer gelangen? Wo? Und vergessen wir nicht, das Meer ist an dieser Stelle bereits jetzt um das rund 5000-fache über den zulaessigen Grenzwerten belastet. Und wie lange schaut da eigentlich die internationale Gemeinschaft noch zu? Oder wird gewartet bis China, Russland und Taiwan mit dem Problem belasteter Küste und vor allem verstrahlten Fischen konfrontiert werden? Unglaublich!

Weiter: Das hochradioaktive Wasser muss raus, um endlich die „Kühlanlagen in Gang zu bringen“. Ja Freunde, was gibt es denn hier in Gang zu bringen? Film von heute:

Oder: Bis das in Gang gebracht worden ist, laeuft derart viel Mist in Grundwasser und Meer, dass es wohl doch gescheiter gewesen waere, die vier Reaktoren schmelzen zu lassen.  So aber haelt man die stattfindende Kernschmelze auf Sparflamme, macht es den Eindruck. Weshalb fragt eigentlich niemand, weshalb die Reaktoren 3 und 4 weiterhin qualmen und das sieht nicht nach Wasserdampf aus…

Daneben entstehen nun neue Probleme: Das geleerte 10 000 Tonnen-Becken wird mit einer „Kellerleerung“ aus den Katakomben der Reaktoren 1-4 gefüllt sein. Und dann? Aaah, dann kommt das grosse Floss… und dann?…. Könnte man nicht das radioktive Zeugs zusaetzlich mit Wasser verdünnen und ebenfalls ins Meer leiten? Wann wird wohl diese Glanzidee praesentiert werden? Von Kummulation bestimmter Stoffe mit langer Halbwertszeit will man offenbar erst sprechen, wenn das Unheil schon da ist.

Dann noch: Wie werden die tausenden Tonnen hochradioaktiven Wassers entsorgt??? Wasser im Becken, Wasser im Tanker. Glaubt jemand ernsthaft daran, dass dies auch gemacht werden wird?

Ja, so stellen wir fest, dass wir uns plötzlich um zusaetzliche Problem-Bereiche ernsthaft sorgen müssen, entstanden durch Entscheide von Menschen. Möglicherweise werden  diese auf Dauer noch schwieriger zu lösen sind, als die Reaktorprobleme in Fukushima…

Denn machen wir uns nichts vor: Soviel Stauraum wie die Leute für die kontinuierliche Beseitigung des hoch verstrahlten Kühlwassers benötigen, schaffen sie nie und nimmer nach Fukushima.

..und ohne funktionierendes Kühlsystem geht diese Endlosbewaesserung weiter…

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Ein Kommentar zu “Fukushima: Die Dauerbaustellen vermehren sich taeglich

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