Fukushima: Nachhaltigere Folgen als Tschernobyl?

Ein Bericht von US-Fachleuten laesst aufhorchen und bestaetigt ziemlich genau die Problemkreise, welche ich in einem früheren Beitrag umrissen habe.

Warnung vor neuen Risiken

US-Experten warnen vor versteckten Risiken

Interessant sind nun die detaillierteren Angaben der Amerikaner, erfaehrt man doch, dass beispielsweise 6 Tonnen Wasser pro Stunde eingeführt werden und dass derzeit rund 60 000 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser in den Kellern der ganzen Anlage liegen…  Da sind dann das Floss mit 10 000 Tonnen Fassungsvermögen und ein inzwischen leer gepumptes Becken mit 11 000 Tonnen ein Tropfen auf den heissen Stein.. Wohin mit dem Rest?

Ich möchte weiter darauf hinweisen, dass die Messergebnisse sich ausschliesslich auf Jod 131  mit einer vergleichsweisen kurzen Halbwertszeit beziehen. Experten weisen schon laengst darauf hin, dass bei derart hoher Jod 131-Konzentration zwingendermassen auch die gefaehrlicheren Stoffe Caesium 137 (Halbwertszeit um 30 Jahre) allenfalls auch Plutonium vorhanden sein müssten. Darüber hört man nichts…

So praesentiert sich die Situation eigentlich völlig absurd. Es findet ein Super-Gau statt, auf den man mit allen verfügbaren Mitteln einen Deckel in Form von Meerwasser presst, ohne Lösungen zu haben, wie es weiter gehen könnte…  Diese massive Kühlung von aussen schafft enorme Mengen hochradioaktiven Abfalls und  diesen wiederum zu entsorgen, dafür hat man bisher auch keine tragfaehige  Lösung…  Verdampfen schafft nicht so schnell den Raum, der benöitgt wird…

Eine interessante Entwicklung kann man in den Leserbriefspalten verschiedener grossen Zeitungen verfolgen. Da wird offensichtlich die Atomlobby aktiv und ist bemüht, Gau und Super-Gau wegzuschwatzen, dies mit Verweis auf keine Toten und keine weiteren Explosionen, also alles im Griff.

Überhaupt nichts im Griff, Herrschaften. Alleine die Vorstellung, dass hier waehrend Monaten und davon gehen alle Beteiligten aus, auf dieselbe Art und Weise weitergewurstelt werden soll/muss, laesst nichts Gutes erahnen, steht bezüglich Folgen weit über dem Vorfall Tschernobyl, nur eben nicht in Form einer einmalig über Euopa ziehenden Wolke, sondern in der offensichtlichen Verseuchung einer ganzen Region.  Wie hoch diese sein wird und wie gross die Sperrzone letztlich werden wird, darüber kann man nur bange spekulieren.  Da aber Haeuser, Gaerten und Verwandte dieser Leserbriefschreiber  tausende von Kilometern ausserhalb der gefaehrdeten Zone liegen, ist es leicht von „alles unter Kontrolle“ zu sprechen. Geschmacklos und zu durchsichtig, dieses Manöver.

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2 Kommentare zu “Fukushima: Nachhaltigere Folgen als Tschernobyl?

  1. „Eine interessante Entwicklung kann man in den Leserbriefspalten verschiedener grossen Zeitungen verfolgen. Da wird offensichtlich die Atomlobby aktiv und ist bemüht, Gau und Super-Gau wegzuschwatzen, dies mit Verweis auf keine Toten und keine weiteren Explosionen, also alles im Griff.“

    Robert Peter Gale im Spiegel toppt alle mit seinem unverhohlenen Pro-Atom-Pamphlet.

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