Fukushima: Desinformation und Mantel des Schweigens

Alles deutet darauf hin, dass die japanische Regierung alleine oder in Abstimmung mit Betreiber und/oder Atomspezialisten die İnformationspolitik zu aendern beginnt. Seit mehreren Tagen mehren sich İnfos, mit denen  absolut nichts mehr angefangen werden kann. Darauf hinzuweisen scheint mir sinnvoll:

Oganawa: Dort hat man ein „Leck“ gefunden.  3,8 Liter radioaktive Kühlflüssigkeit sei auf den Boden geschwappt …  Wenig spaeter: Genauere Prüfungen haetten ergeben, dass das Erdbeben insgesamt 8 „Lecks“ verursacht habe und in einem Reaktor Messeinheiten defekt und die Temperatur gestiegen sei. Die Definition Leck scheint vieldeutig. Pfütze oder undichte Stelle?   Seither hört man zu Oganawa nichts mehr. Der Betreiber hier ist nicht TEPCO sondern Tohoku Electric Power.

Fukushima:

  • Hier ein unglaubliches Beispiel für eine Null-Aktivitaet. „Das hoch radioaktiv belastete Wasser des AKW Fukushima muss demnächst in eine Entsorgungsanlage gebracht werden. Nach Medienberichten sagte der japanische Industrieminister Banri Kaieda zu, dass dies so schnell wie möglich geschehen müsse.“ Quelle So ging die Meldung hundertfach über die Ticker. Aha: Wer macht das? Wie geschieht das? Wer wird zustaendig für Lagerung und Entsorgung sein? Er macht es ja scheinbar nicht. Beauftragt er mit dieser Aussage via Medien gar TEPCO?

Evakuierung:

  • Mit einer Ausweitung der Zone könnten weitere Ortschaften mit erhöhten Strahlungswerten berücksichtigt werden, sagte Edano. Dabei erwähnte er den 40 Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima 1 entfernte Ort Iitate. «In diesen Regionen könnte die Strahlung 20 oder mehr Millisievert pro Jahr betragen», erläuterte er.  Eine sofortige Evakuierung sei nicht notwendig, betonte Edano, der zuvor noch eine Ausweitung der Zone dementiert hatte. Aber innert eines Monats sollten die Menschen dann die erweiterte Zone verlassen haben. Edano riet Kindern, Schwangeren und Kranken, sich nicht näher als 30 Kilometer dem AKW zu nähern. Quelle

Hier passiert etwas Unfassbares: Man spricht von einer „Ausweitung“ der Evakuierungszone, ohne diese konkret zu benennen. Das kann heissen, dass nur bestimmte Schwerpunkte „innert eines Monats“ evakuiert werden, waehrend dünn besiedelte Gebiete schon gar nicht in diese Plaene einbezogen werden.

Dem steht folgende Aussage und Realitaet gegenüber: „Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hatte erst am Sonntag erneut gefordert, die Evakuierungszone rund um die Katastrophenreaktoren in Fukushima auszuweiten. Rund 60 Kilometer von dem havarierten Kraftwerk entfernt sei eine gesundheitsgefährdende Radioaktivität im Boden festgestellt worden, teilte Greenpeace am Montag mit. Auf einem Spielplatz in Fukushima City fand ein Team demnach Werte von bis zu vier Mikrosievert pro Stunde. In der Stadt Koriyama seien es 2,8 Mikrosievert pro Stunde gewesen. Laut Greenpeace ist die Kontamination so hoch, dass die maximal tolerierbare Dosis für die Bevölkerung von 1000 Mikrosievert pro Jahr in wenigen Wochen aufgenommen würde. Eine Analyse der Bodenproben habe ergeben, dass 80 Prozent der Radioaktivität von Cäsium-Isotopen stamme. Cäsium 137 hat eine Halbwertzeit von rund 30 Jahren, Cäsium 134 von zwei Jahren. Quelle

Somit waere die Maer vom schnell flüchtigen Jod ein für allemal vom Tisch und es müssten dringendst Massnahmen zum Schutze der Menschen ergriffen werden. Darüber will man jedoch offensichtlich nicht sprechen und um weitere unbequeme Fragen zu verhindern, soll nun die 20-Kilometer-Zone wirklich zum Sperrgebiet erklaert werden..

Noch ein Detail: Es faellt auf, dass inzwischen auch die Amerikaner zu schweigen begonnen haben Offensichtlich will sich in Japan selbst niemand an diesem Thema die Finger verbrennen. Um so erstaunlicher ist es, dass Greenpeace weiterhin unbehindert messen und publizieren kann.

Hier die Karte mit den Messungen !

..und die aktuelle Seite von Greenpeace

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