Fukushima: Handlanger, der Not gehorchend

Heute findet man in der taz einen lesenswerten Artikel zum Thema Leih- oder Zeitarbeiter in japanischen Atomkraftwerken. Vermeldet wird, dass in Japan 88% der von AKW’s beschaeftigten Menschen über Drittfirmen und auf Zeit  taetig sind. Dann ziehen sie weiter ins naechste AKW,, in welchem besondere Arbeiten erledigt werden müssen.

Die Tatsache, dass, wer in einem AKW solche Jobs erledigt hat, andernorts keine Anstellung mehr kriegt, zeigt auf, dass eben auch in Japan eine bestimmte Sensibilitaet gegenüber der Nutzung von Nukleartechnologie besteht.

Erschreckend sind jedoch die folgenden Tatsachen:

Danach erledigen sie die gefährlichsten Arbeiten – und erhalten dafür den geringsten Lohn. Von umgerechnet 3.300 Euro Tageshonorar, die einigen Arbeitern weiter oben in der Pyramide angeboten wurden, können sie nur träumen. Sie müssen sich für die Aufenthalte in hochradioaktiv verstrahlter Umgebung mit einem Tageslohn zwischen 10.000 und 15.000 Yen begnügen, umgerechnet 80 bis 120 Euro. Ein Durchschnittsjapaner verdient im Monat 291.000 Yen (knapp 2.400 Euro).

Einige sind auf das Geld so angewiesen, dass sie vor dem Einsatz ihr Dosimeter absichtlich im J-Village zurücklassen, um die Austauschgrenze von 100 Millisievert später zu erreichen und so länger beschäftigt zu werden. Von Gesundheitsgefahren sei in ihren Arbeitsverträgen keine Rede, erzählte einer der Tagelöhner demFriday-Reporter.  Die ganze Reportage aus der taz

Das grosse Heer der Menschen, welche direkt an den Meilern arbeiten, sind also solche Leute. Sie werden von den Technikern aus sicherer Entfernung angeleitet und müssen diese Vorstellungen dann umsetzen. Eine andere Wahl haben sie nicht. Wir sollten also die Geschichte der „Helden von Fujushima“ umschreiben.

Nachtrag. Wer den Artikel der taz aufmerksam gelesen hat weiss also auch, dass dieses Pribzip in Europa genauso gehandhabt wird. Es gibt einen Unterschied. Der Prozentsatz dieser Leiharbeiter soll tiefer sein.

Unter solchen Voraussetzungen von „sauberer Energie“ etc. zu schwatzen, ist mehr als fragwürdig. Es sei denn, man sagt gleichzeitig:“Es muss eben so sein, dass weltweit einige hunderttausend Leute unter hohen gesundheitlichen Risiken diese Drecksarbeit verrichten, damit wir andern saubere Energie aus der Steckdose kriegen.“

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