Kate und William: Die Medien feiern sich selbst

Wieder einmal naht eine „Jahrhunderthochzeit“. Alleine die Wortwahl ist Beweis für die Kurzlebigkeit unseres Gedaechtnisses. Wir sind inzwischen so weit, dass jedes Jahr mindestens ein solches Event ansteht.

Medienleute sind bereits seit Tagen vor Ort, um über ein Ereignis zu berichten, welches weltweit, taeglich hunderttausendfach stattfindet. Eine Hochzeit. Da es sich jedoch um eine Hochzeit im britischen Königshaus handelt, vergeht seit einem Monat kein Tag, an welchem auch  die Öffentlichrechtlichen in ihren Klatschfenstern etwas „Wichtiges“ zu berichten haben. Einzelne Sender zaehlen die Tage im Coutdown-System herunter.

Man berichtet über einen Anlass von „weltweiter Bedeutung“, den man selbst auf diese Stufe hinaufdefiniert hat. Die regulaeren TV-Teams werden mit Sonderreportern verstaerkt. Das Programm steht und da figuriert auch der Hochzeitskuss: 14:25 auf der Terrasse. Na dann, viel Vergnügen. ..und wer weiss, vielleicht küssen sie sich ja früher usw.

Die Medien erwarten zu diesem „Weltereignis des Jahres“ 2 – 2,5 Mia Zuschauer. Ja, selbst herbeigeprügelte Zuschauer.

Nicht dabei sein werden wohl die Menschen in Libyen, in Syrien, in Japan, die İnhaftierten in Guantanomo, die unrechtmaessig festgehaltenen Oppositionellen in den verschiedensten Staaten, die weiter um ihr taegliches Wasser kaempfenden Menschen in den Problemzonen Afrikas und Asiens.

Sie alle haben Pech, ihr Schicksal, ihre Lebensumstaende sind es in den Augen der Medienschaffenden nicht wert, „zum dominierenden Ereignis“, zum „Weltereignis“ hochstilisiert zu werden. Man braucht einen Hype und den findet man im englischen Königshaus.

Ganz übersehen hat man dabei, dass offenbar auch die Braut ganz arg beschaedigt wird, dieser ganze Zirkus an ihre Substanz geht. Betrachtet man die Fotos der letzten Wochen, erscheint die neue „Prinzessin der Herzen“ in ungesundem Masse auf Haut und Knochen abgemagert. Darüber schweigt man… Da bezahlt eine Hauptdarstellerin offensichtlich einen sehr hohen Preis für etwas, was andere voller Freude angehen können: den geliebten Partner zu heiraten. Man stelle sich das Mediengeschrei vor, sie würde vor oder waehrend der Hochzeit…. und was waere dann mit dem englischen Königshaus? Darf man „so eine“ heiraten?

 Dieses „Weltereignis“ befriedigt den Wunsch nach heiler Welt, nach einem Ausklinken aus dem Alltag. 6 Stunden live an der Hochzeit und alles andere vergessen. Für eine Gesellschaft, welche wir die „westliche demokratische“ nennen. Dazu kommen noch die alten „Kolonien“, welche sich „verry british“ fühlen.

Besser kann man die Welt wohl kaum erklaeren…

..und das Zeremoniell ist ein Ausdruck grösster Dekadenz. Früher nannte man das Brot und Spiele. Krone und Medien Hand in Hand….

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