Fukushima: Alles wie angekündigt

Die Meldungen zur AKW-Katastrophe in Fukushima werden spaerlicher, obwohl eigentlich gerade jetzt viel mehr berichtet werden müsste. Die Nachrichten bezüglich der noch immer in Notunterkünften lebenden Opfer der Tsunami-Welle sind praktisch gaenzlich versiegt. Die Medien haben wieder neue Themen.

Zum AKW:

  • Kernschmelze in Reaktor 1 mit Durchschmelzen des Reaktorbehaelters ist inzwischen von TEPCO bestaetigt. Damit kippt auch der ganze angekündigte Sanierungsplan.
  • Gebaeude 4 mit Ruhebecken 4 im 5. Stockwerk schwer in der Struktur geschaedigt, neigt sich zur Seite… Dieses Becken ist mit über 1000 Brennelementen gefüllt, welche intensivster Kühlung bedürfen
  • Greenpeace misst 65 Kiometer vor der Küste in internationalen Gewaessern Caesium-Belastungen in Algen, welche 5 x höher sind als die Grenzwerte. Das heisst, dieser Stoff ist bereits grossflaechig in der Nahrungskette.
  • İn der Praefektur  Kanagawa (280 km von Fukushima entfernt), werden in Teeblaettern Caesiumbelastungen gemessen, welche über den Grenzwerten liegen. Die Produkte müssen zurückgerufen werden.
  • Strahlenbelastung im AKW selbst so hoch wie noch nie…
Es ist also auch mehr als  zwei Monate nach der Katastrophe klar, dass vor Ort noch immer die Schadensaufnahme im Gange ist und diese Bilanz wird von Tag zu Tag mieser.. Durch ungewöhnliche Kühlungsmassnahmen, weitere Nachbeben werden die einzelnen Komponenten der Reaktoren und Gebaeude zusaetzlich extremen Belastungen ausgesetzt.
Was ablaeuft, ist der prognostizierte schleichende Gau und bis jetzt gibt es keinerlei Anzeichen, dass dieser Prozess aufgehalten werden kann.
Problematisch ist das alles für die Bevölkerung  im Umkreis von rund 300 Kilometern, denn sie wird auf  Dauer bestrahlt und vor allem die Halbwertszeit von Caesium führt dazu, dass diese Werte kontinuierlich steigen werden, so lange diese Ruine strahlt. 
Das ist der grosse Unterschied zu Tschernobyl. Damals trieb die Wolke auf uns zu und wurde natürlich über Wochen aufmerksam verfolgt. Nachdem aber klar ist, dass diese Verstrahlung in Japan auf Grund der andern Reaktorenbeschaffenheit regional sein wird, scheint es doch so, dass wir uns nicht mehr gross damit beschaeftigen müssen oder wollen.
Vergessen geht dabei wohl, dass „regional“ in letzter Konsequenz Japan  als Hauptinsel umfassen wird, angrenzende Laender inklusive und von der Meeresverschmutzung wollen wir lieber schon gar nichts hören, gell?
Fukushima wird uns jedoch noch laenger und intensiver beschaeftigen, als Tschernobyl. Alleine das Strahlenpotential ist um ein  rund Hundertfaches höher als bei Tschernobyl.

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