Deutschland: Rente reicht nicht mehr zum Leben

Heute habe ich in der Zeit folgenden Beitrag gefunden. Daraus ein Auszug:

Die Zahl von Rentnern in Deutschland, die zusätzlich zu ihrer Rente auf Geld aus Nebenjobs angewiesen sind oder staatliche Grundsicherung beantragen, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, gingen 2010 rund 660.000 Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nach. Dies seien 244.000 mehr als im Jahr 2000, was einem Anstieg um 58,6 Prozent entspreche. 400.000 über 65-Jährige beantragten und erhielten laut dem Bericht im Jahr 2009 die staatliche Grundsicherung im Alter, 2003 waren es 258.000.

Das ist irgendwie erstaunlich, denn: Der Grossteil dieser Rentner hat die Zeit der Vollbeschäftigung noch miterlebt und hat Sozialversicherungsbeiträge direkt vom Lohn abgezogen gekriegt. Wenn man jetzt bescheidene 400 € rechnet (200 € Arbeitnehmer, 200€ Arbeitgeber), so ergibt das bei einer Lebensarbeitsdauer von 40 Jahren den stolzen Betrag von 168 000 € einbezahltes Geld pro Arbeitgeber. Mit der Zinseszinsrechnung darf dieser Betrag locker verdoppelt werden, also rund 350 000 €. Damit könnte er monatlich bis zum Alter von 85 Jahren 1500 € Rente beziehen.

Natürlich weiss ich, dass die Realität anders ausschaut, dass meine einbezahlten Beiträge direkt an die Rentner fliessen. Sozialwerk nennt sich das. Nur: Mit dem von den heutigen Rentnern einbezahlten Geld wurden jahrelang gewinnträchtige Milliardenspekulationen, sprich Geldanlagen getätigt. Ging dann etwas schief, gab es Wertberichtigungen.  Betriebe konnten die firmeneigene Rentenkassen als Wert für neue Kredite andienen und ging die Firma in die Luft, waren auch die Renten nicht mehr sicher. Unglaubliche Dinge mussten wir in dieser Beziehung in den letzten 30 Jahren in Deutschland und der Schweiz  erleben.

Jetzt, wo die Alterspyramide sich verschiebt, erkennen diejenigen, welche den heutigen Lebensstandard mit ihrem Lohn, ihren Versicherungsbeiträgen und ihrem Privatkonsum erst ermöglicht haben, dass ihre vermeintlich sichere Altersversorgung teilweise die Lebenshaltungskosten nicht mehr deckt, ihre Kaufkraft im Vergleich zu den Renten 1976 um über 11% gesunken ist.

Nachdem nun gesamthaft mehrere tausend Milliarden € zur Rettung der Weltwirtschaft 2008 und nun zur Rettung des € in der Gegend rumgeschleudert wurden, müsste mit einigen hundert Milliarden doch eine vollständige Neuorganisation des Rentenwesens zu bewerkstelligen sein…. Ich meine ja nur so als Dimension…

Der Ansatz: Diese riesigen ruhenden Geldmengen werden den Anlagefonds der Versicherungs- und Finanzkonzernen entzogen, indem gesetzliche Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge auf einem nicht auflösbaren Sperrkonto des Beitragszahlers angelegt werden. Die Anlageform ist konventionell und vom Gesetzgeber bestimmt. Daneben bestehen weiterhin die Zusatzrentenversicherungen, welche der Arbeitnehmer abschliessen kann. Die Grunddeckung erfolgt jedoch neu auf ein persönliches Sperrkonto und wird auch entsprechend für diesen Arbeitnehmer und dessen Familie verwendet.

Damit ist dieses Geld der Spekulation entzogen, sind tausende von Verwaltungsräten solcher Rentenversicherungskassen ihren hochdotierten Job los und sinkt der so genannte Verwaltungsaufwand auf praktisch Null. Dies alles zum Vorteil des Versicherten, würde ich meinen.

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