Gaddafi: Mord ist Mord


Es geht schon wieder los: Wie ist denn nun Gaddafi ums Leben gekommen? Der Westen hütet sich in vornehmer Zurückhaltung und lässt den Übergangsrat gewähren. Dieser selbst ist bemüht, möglichst viele sich selbst widersprechende Varianten im Umlauf zu halten. Zum Beispiel:

„Nach wie vor ist unklar, wie Gaddafi ums Leben kam. Es gibt auch den Verdacht, dass er gelyncht wurde. Gaddafi wurde am Donnerstag zunächst in einem Wasserrohr unter einer Straße in der Nähe seiner Heimatstadt Sirte entdeckt und lebend gefangengenommen. Nach Darstellung des Übergangsrates starb Gaddafi später in einem Krankenwagen. Der Fahrer des Wagens sagte allerdings der Nachrichtenagentur Reuters, Gaddafi sei bereits tot gewesen, als er den Körper in Empfang genommen habe. Ein Sprecher des Übergangsrates hatte erklärt, Gaddafi sei ins Kreuzfeuer seiner Anhänger und der Regierungstruppen geraten und dabei getötet worden.“ Quelle 

Bullshit, Freunde. Die Wirklichkeit zeigt Anderes. Vielleicht kann ich da noch etwas behilflich sein, habe aber meine Zweifel, dass deswegen die internationale Diplomatie klar Position beziehen wird.

Bilder

Video nur für stabile Gemüter

So, somit wäre jetzt eigentlich die Frage nach den internationalen Reaktionen, denn diese Bilder und der Video sprechen eine deutliche Sprache, sind sicher nicht nur mir bekannt…

Aber, wie schon früher erlebt: Einschleimen bei der neuen Regierung könnte wichtiger sein, als in diesem Falle eine klare Position zu vertreten.

 

 

 

 

Hebeln (2): Zuerst Rettung der Banken, dann Griechenland


Vor noch nicht mal 2 Monaten hat der IWF bei den europäischen Banken eine Unterfinanzierung von rund 200 Mia € ausgemacht und die Schliessung dieser Lücke angemahnt. Folge waren damals harsche Widersprüchen aus dem Bankensektor und der Vorwurf der Politik, hier würde Panikmache betrieben.

Heute zeigt sich, dass diese Mahnung offensichtlich berechtigt war. Die Finanzminister, im Sitzungsstress zwecks Lösung der EU-Schuldenprobleme, vor allem Griechenlands, kommen nämlich nicht darum herum, sich zuerst mal mit den europäischen Banken zu befassen. Dies vor dem Hintergrund eines möglichen Schuldenschnittes in Griechenland, welcher diverse europäische Banken in ihrer Existenz gefährden könnte.

Diplomatisch ausgedrückt:“Die Banken in Europa sollen zur Rettung Griechenlands einen erklecklichen Beitrag leisten – und zugleich notfalls mit Steuerzahlergeld ausstaffiert werden, um diesen Schuldenschnitt verkraften zu können.“ Quelle

Im Klartext: Mit einer skandalösen Eigenkapitaldeckung laborieren die Banken weltweit in der Gegend herum und zwar mit Bilanzsummen in Billionenhöhe. Wenn dann irgendwo was schief läuft, können sie sich darauf verlassen, dass der Staat die notwendigen Voraussetzungen schaffen wird, dass die Bude nicht pleite geht.

Wer ein Haus kaufen will, muss mindestens 20% Eigenkapital einbringen, ansonsten ist nichts mit Bankkrediten, obwohl die zu kaufende Immobilie an sich den Kreditwert ja abdeckt, oder zahlt jemand für Häuser Beträge, welche weit über dem eigentlichen Wert der Immobilie liegen? Nein. Es sind ja wieder Bankschätzungen, welche genau denselben bestimmen. Aber eben, ohne mindestens 20% Eigenmittel geht da gar nichts.

Nun müsste man ja meinen, dieselben Regeln würden für diejenigen, welche derartige Auflagen machen, selbst gelten. Weit gefehlt! Mit 4% Eigenkapital balancieren die Herrschaften dauernd am Abgrund und Forderungen nach 5% bis in 5 oder 6 Jahren wurde von den Oberbankern bisher einstimmig eine Abfuhr erteilt. Dabei sind vor allem Banken aus Skandinavien schon längst mit 9% eigenkapitalisiert und seltsamerweise hört man da  kein Gemurre, aber auch keine Krisengerüchte.

Jetzt sollen es also 9% für alle werden, meinen die Politiker. Die Mittel könnten auf dem freien Markt beschafft werden. Ich bin kein Finanzexperte, nur: Was ich nicht habe und mir auf dem freien Markt beschaffe, sind ja letztlich Schulden.. Was ich als Eigenmittel ausweise, aber letztlich andernorts verpfändet oder belehnt habe, darf ich nicht mehr als Eigenmittel aufführen, ansonsten nennt man dies üblicherweise Bilanzfälschung.

Natürlich wehren sich die Banken, denn diese Gelder dürften schwer aufzutreiben sein und sind nicht gratis. Wehe, die Gelder lassen sich nicht finden. Somit wäre ja die Bonität der Bank in Frage gestellt, die Aktienwerte (und somit das Eigenkapital) würden wegbrechen usw. usw. Dieses Geschäftsmodell kann nicht seriös sein, was die letzten drei Jahre unmissverständlich gezeigt haben.

Es muss  zu denken geben, wenn Griechenland mit einer Totalverschuldung von rund 300 Mia € durch einen allfälligen 50% Schuldenschnitt verschiedenste europäische Banken in den Ruin treiben könnte und der allenfalls durch den Staat zu leistende Einschuss in die Banken rund 100 Mia  betragen soll.

Wenn ich nun das Beispiel in meinen vorangegangenen Beitrag betrachte, bedarf dieses einer Erweiterung: „Meine 100% werden offiziell mit 20% versichert, schliesslich will man ja nicht den Teufel an die Wand malen. Zwischen uns Beiden wurde aber noch ein Zusatzabkommen geschlossen: Sollte der schlimmste Fall eintreten, wird mein entstandener Verlust neben den bereits garantierten 20% mit weiteren 40% Barmitteleinschuss aus einem andern Topf gehebelt..“, so lautete der Handel.

Ergänzung: „Die 40% hat mein Freund als Vorabzahlung sofort bei mir einzuzahlen.., dann werde  ich aktiv…“ Haha! Somit kriege ich Spielgeld, mein Risiko an den 100% beträgt bei Misserfolg lediglich noch 40%, im Erfolgsfalle kassiere ich 100%. Das sind Geschäfte, welche ich liebe…

Genau das passiert im Moment… Aber mal ehrlich: Kennst du in deinem Bekanntenkreis einen Blödmann, der sich auf so einen Handel einlässt?

Ich meine, das alles ist kurzfristig gedacht und könnte schon bald durch eine neue Krise abgelöst werden. Dazu die folgende Grafik:

So Freunde: Wie werden wohl die beiden Schweizer Grossbanken mit einem allfälligen 50% Schuldenerlass, also rund 32 Mia € Verlust umgehen??…. Autsch!

Irak-USA: Erhobenen Hauptes durch die Hintertüre


Heute ist zu lesen, dass die USA „gemäss Abkommen“ per Ende 2011 sämtliche noch verbliebenen 35 000 Armeeangehörigen aus dem Irak abziehen werde. An ihre Stelle würden möglicherweise private Sicherheitsfirmen aktiv werden. So kleine Privatarmeen, also? Kriegsgurgeln, welche nach eigenem Gutdünken für Recht, Ordnung und Sicherheit sorgen?? Söldner?

Obama betont, die letzten Soldaten, würden den Irak „erhobenen Hauptes“ verlassen und damit sei der 9-jährige Krieg beendet.  Rund eine Billion hat er gekostet, ca. 4500 US-Soldaten sind im Kampfe gefallen, Zehntausende laborieren noch an körperlichen und psychischen Verletzungen. Aber eben: Der Krieg ist „erfolgreich“ beendet.

Egal, Hauptsache man ist draussen und Obama kann für sich vereinnahmen, diesen krieg erfolgreich beendet zu haben. Wie sich die Dinge im Irak weiter entwickeln werden, das dürfen wir dann als nationales Ereignis weiter verfolgen. Stabil ist das Land noch keineswegs, im Gegenteil. Es besteht weiterhin die Gefahr, dass eine Mehrheit von einer Minderheit regiert wird und die Frage der Zukunft wird sein, wer diese Minderheit erneut zu schützen gedenkt. Der Westen mit handfesten wirtschaftlichen Interessen? Eine Neugestaltung in Richtung islamischer oder islamistischer Staat? Welche Rollen werden dabei die Kurden, welche im Norden auf riesigen Erdölquellen sitzen, spielen. Wie gross ist ihr Einfluss auch über die Landesgrenzen hinaus, zum Beispiel in die Türkei oder in den Iran?

All das dürfte noch für viel Unruhe sorgen. Das ist aber nicht mehr das Problem der USA, sie nehmen für sich in Anspruch, ihren Auftrag erledigt zu haben. Welcher lautete: Das Regime Hussein, welches nach (nachweislich falschen Quellen) für die Terroranschläge vom 11.9. mitverantwortlich war, zu eliminieren. Was und wer ist nun eigentlich an dessen Stelle getreten?

 

Libyen: Der Schlusspunkt ?


Nach Monaten erbitterten Kampfes und massivster Unterstützung durch die  Nato ist Gaddafi also endlich dingfest gemacht. Tot oder lebendig, darüber gibt es noch widersprüchliche Meldungen.

Was nach der Blitzrevolution in Tunesien auch für Libyen vorausgesagt war, hat sich zu einem Abnützungskampf entwickelt, den sich auch der französische Staatspräsident so kaum vorgestellt haben mag, als er im Alleingang und auf politischen Ruhm bedacht, die ersten Bombardements begann. Dabei ist viel Blut geflossen und diese Wunden werden so schnell nicht verheilen.

Vor allem aber wird sich nun, da die Machtverhältnisse geklärt sind, erst weisen, was es denn mit der Opposition in Libyen auf sich hat. Wie einig wird sie sein, wenn es darum geht, diesen Staat neu zu gründen? Wie gross ist das Risiko, dass auch den neuen Machthabern angesichts der Rohstoffvorkommen erneut die Rolle des Handlangers der Industriemächte zufallen wird? Dies mit dem einzigen Unterschied, dass das Geld in andere Taschen fliessen wird?

Sicher ist, dass die Wirtschaftsminister des Westens in den kommenden Wochen wohl häufiger nach Tripolis reisen werden, denn es geht hier darum, nationale Interessen einzubringen und sich mit der neuen Regierung gut zu stellen, egal, was vorher war. Eine andere Lösung gibt es nicht, zu sehr hängt der industrialisierte Westen am Rohöltropf.

USA: Bischof muss vor Gericht


Erstmals in den USA (oder gar weltweit?) muss sich ein Bischof vor Gericht verantworten. Es wäre zu wünschen, dass dieser Vorgang eine Vorbildwirkung für Deutschland hätte. Denn was da in Sachen Missbrauch alles vertuscht wurde, ist mit normalem Verstand als strafwürdig zu bezeichnen und die Kirche hat sich diesen Gesetzen unterzuordnen.

US-Behörden klagen erstmals an

Schule: Eine aktuelle Untersuchung


Eine DAK Studie sorgt derzeit für Aufsehen in den Medien:  „

Zeitdruck, Stress mit Schülern und Ärger mit Kollegen: Rund 60 Prozent der Lehrkräfte an deutschen Schulen haben Zweifel, ob sie bis zur üblichen Pensionsgrenze von 65 Jahren durchhalten. Frauen trifft es besonders häufig, so das Ergebnis einer Studie der Leuphana-Universität Lüneburg im Auftrag der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK).

Danach können 45 Prozent der über drei Jahre mehrfach befragten 1300 Lehrer nach der Arbeit schlecht abschalten, sie sind häufig in Gedanken bei den Schwierigkeiten und Problemen aus der Schule, fühlen sich gelegentlich „wie ein Nervenbündel“.

Befragt wurden Lehrer aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, aber auch aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen.“  Weiter im Stern

Es lohnt sich diesen ganzen Beitrag zu lesen, denn er zeigt die derzeitige Berufsproblematik sehr deutlich. Wenn die eigene Einschätzung bezüglich der Überlebenschancen in diesem Job so negativ ausfällt, was soll denn von diesen Lehrkräften Positives im Schulzimmer ausstrahlen?

Unter diesen Voraussitzung ist jede Unruhestörung, jeder Schüler, der nachfragt oder versagt, für die so denkende  Lehrkraft ein weiterer Nadelstich in Richtung Berufsunfähigkeit etc.  Deutlich zeigt sich hier auf, dass dieser Beruf eine Einbahnstrasse ist. Es fehlen Konzepte, Lehrkräfte in anderen Bereichen einzusetzen (beispielsweise Erwachsenenbildung etc.), wenn sie dem Schulalltag nicht mehr gewachsen sind.

Niedlich der Tipp der DAK:  Und von einer weiteren Empfehlung würden auch gleich noch die Schüler profitieren: Die Lehrer sollen kurze Phasen der Entspannung in den Unterricht oder die Pausen für alle Beteiligten einbauen.

Genau, das führen wir auch noch ein. Was darf es sein? Alle 10 Minuten, alle 15 Minuten? Könnte man dies sogar verlangen? „Sieeee, jetzt hatten wir 15 Minuten Unterricht, nun brauchen wir eine Entspannungspause…“ Doch doch, DAS sind die Quantensprünge, welche wir benötigen.

Ein umfassender Beitrag zum Thema

EU-Rettungsschirm: Eine Blitzlichtaufnahme VOR der Abstimmung im Bundestag


Heute ist also der historische Tag, Sein oder Nichtsein für die Regierungs-Koalition, was diese jedoch  bereits dementiert. Dem sei nicht so.

Ja, mit den Stimmen der SPD wird der neue Rettungsschirm beschlossen werden. Trotzdem wird sich zeigen, ob die Kanzlerin noch mit einer eigenen Mehrheit reagiert und falls nicht, werden sicherlich Rufe nach Neuwahlen laut. Doch auch die erübrigen sich, denn nach Bundesgerichtsurteil ist das derzeitige Wahlgesetz in Deutschland rechtswidrig, demzufolge nicht anzuwenden. Die Regierung hat es bisher unterlassen, diesen gravierenden Mangel zu beheben. Würde also eine vorgezogene Wahl durchgeführt, könnte diese mit Berufung auf das Bundesgerichtsurteil angefochten werden. Toll, nicht? So kann man sich auch an der Macht halten.

Ich kann es mir jedoch nicht verkneifen, eine Momentaufnahme bezüglich des Zustands der Parteien zu schiessen: Weiterlesen