Libyen: Der Schlusspunkt ?


Nach Monaten erbitterten Kampfes und massivster Unterstützung durch die  Nato ist Gaddafi also endlich dingfest gemacht. Tot oder lebendig, darüber gibt es noch widersprüchliche Meldungen.

Was nach der Blitzrevolution in Tunesien auch für Libyen vorausgesagt war, hat sich zu einem Abnützungskampf entwickelt, den sich auch der französische Staatspräsident so kaum vorgestellt haben mag, als er im Alleingang und auf politischen Ruhm bedacht, die ersten Bombardements begann. Dabei ist viel Blut geflossen und diese Wunden werden so schnell nicht verheilen.

Vor allem aber wird sich nun, da die Machtverhältnisse geklärt sind, erst weisen, was es denn mit der Opposition in Libyen auf sich hat. Wie einig wird sie sein, wenn es darum geht, diesen Staat neu zu gründen? Wie gross ist das Risiko, dass auch den neuen Machthabern angesichts der Rohstoffvorkommen erneut die Rolle des Handlangers der Industriemächte zufallen wird? Dies mit dem einzigen Unterschied, dass das Geld in andere Taschen fliessen wird?

Sicher ist, dass die Wirtschaftsminister des Westens in den kommenden Wochen wohl häufiger nach Tripolis reisen werden, denn es geht hier darum, nationale Interessen einzubringen und sich mit der neuen Regierung gut zu stellen, egal, was vorher war. Eine andere Lösung gibt es nicht, zu sehr hängt der industrialisierte Westen am Rohöltropf.

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Schuldenkrise: Monopoly, das war einmal


Kannst du dich an dieses Brettspiel erinnern?

Monopoly wird mit zwei bis acht Spielern gespielt. Jeder Spieler erhält ein festgelegtes Startkapital (in der Regel 1500 € in der gängigen deutschen Grundversion) und besitzt eine Spielfigur, die sich zyklisch im Uhrzeigersinn auf dem Spielbrett wie in einer Stadt bewegt. Dann wird mit Spielgeld investiert oder gehandelt. Es gibt kein negatives Vermögen. Die Spieler kommen im Uhrzeigersinn an die Reihe. Der jeweilige Spieler wickelt folgende Schritte ab:

  • Würfeln und die Figur bewegen,
  • je nach Art des erreichten Feldes bestimmte Aktionen ausführen:
    • Ausführen von Karten-Aktionen,
    • An- und Verkäufe von Grundstücken,
    • Miete an Mitspieler zahlen,
    • ein eigenes Grundstück durch Häuser oder Hotel aufwerten oder
    • Steuern bezahlen, Einnahmen erhalten und andere Sonderaktionen.

Wenn ein Spieler im Gefängnis sitzt, darf er seine Figur nicht bewegen, kann aber weiterhin Häuser bauen, Grundstücke kaufen oder verkaufen und sogar Miete kassieren.Das Ziel des Spieles ist es, als Einzelner am (evtl. zeitlich vorab festgesetzten) Ende das größte Vermögen zu besitzen.

Beschreibung aus wikipedia

Ich erinnere mich noch gut daran und bei uns war es so, dass der Besitz einer oder mehrerer Häuserblocks oder gar eines Hotels an der Bahnhofstrasse der Grundstein für den Gewinn dieses kapitalistischen Spieles darstellten.

Heute nun überlege ich, ob es für die Art, wie derzeit mit Geld umgegangen wird, auch ein entsprechendes Spiel gibt. Vor allem würde mich aber das Regelwerk interessieren. Pleite, wie bei Monopoly, gibt es nicht mehr. Wer Gefahr läuft, ohne Geld dazustehen, druckt Neues und kauft dafür imaginäre Dinge, deren Wert er selbst festlegen kann und diese Werte verpfändet er dann wieder gegen Bares. Falls das auch nicht reicht, sorgt er dafür, dass das Geld oder die Häuser des Konkurrenten nichts mehr wert ist. Ja, das alles funktionierte bei Monopoly nicht, widerspricht den Regeln.

Man müsste also ein neues Spiel erfinden. „Wer betrügt am skrupellosesten und am hinterhältigsten.“  Spielregeln: Aktuelle Massnahmen der verschiedensten Notenbanken weltweit. Gewonnen hat, wer zuletzt noch am Tisch sitzt…

Libyen: Der Krieg, den niemand wollte


Wie hat man sich doch wieder mal in die Nesseln gesetzt! Ein Lehrstück oberflaechlicher Diplomatie:

In Tunesien und Aegypten putschen Demonstranten ihre Führer weg. Was in Tunesien als eigentlicher Wirbelsturm innert weniger Tage funktionierte, bedurfte in Aegypten bereits des nachhaltigen Druckes des Militaers, welches als oberste Macht sich auch über den Mubarak-Clan stellte. Trotzdem wurden beide „Revolutionen“ als Erfolg einer neuen Volksbewegung hochgejubelt.

Genauso lief die Medienberichterstattung im Falle Libyens. Eine nicht genauer definierte Oppositionsgruppe wurde in ihren Demonstrationen verbal-moralisch unterstützt und auch die Politiker waren sich nicht zu schade, (vor den Wahlen) wacker an Gaddafi zu rütteln.  So war es dann die Aufgabe der Beobachter und Kommentatoren, dem libyschen Regime noch einige Tage Verweildauer bis zum endgültigen Zusammenbruch zu bescheinigen.  Diesen wollte dann Frankreich endgültig und vorschnell herbeiführen, in der Meinung, ein  Luftschlag und einige Bomben würden das Regime wegfegen. Man waere damit der grosse Befreier geworden

Unterschaetzt hat man offensichtlich, dass der İrre  aus Libyen wohl überrscht gewesen sein mag, was da auf ihn zukam, aber dann mit geballter Kraft und ohne Skrupel jeden, der sich ihm in den Weg stellte, zu liquidieren begann. Leidtragende sind nun vele Zivilisten, welche beidseitig als Schutzwaelle vor gegnerischen Angriffen mit eingeplant werden.

Es kommt aber noch schlimmer. Aus der Luft kommt man Gaddafi nicht bei, das erkennt inzwischen auch die Nato, welche die Führung dieser Einsaetze von den inzwischen erstaunlich kleinlauten Franzosen übernehmen musste. İnsbesondere scheint es auch so, dass die Lager mit geeigneten Bomben sich gefaehrlich zu leeren begonnen haben. Also im Klartext: Man kann den Luftkrieg nicht weiterführen. Was also bleibt ist der Einsatz von Bodentruppen, dafür wiederum gibt es kein Mandat. Dan waeren noch Verhandlungen mit Gaddafi selbst….

Das muss man sich vorstellen!! Die Nato ist gezwungen, mit einem Verbrecher über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Wie der diese Tatsache für sich ausschlachtet, kann sich jedermann selbst ausmalen..

Ja, so haben wir also einen Krieg, den eigentlich niemand wollte, vor dem sich alle fürchteten und das Ende ist nicht abzusehen.

Angesichts dieser bitteren Erfahrung in Libyen schauen wir also schon gar nicht mehr weiter östlich. Das, was in Syrien derzeit ablaeuft, wollen wir  nicht mehr wissen, sonst müssten wir naemlich intervenieren. Heute ist Freitag und es lohnt sich, ab den Nachmittagsstunden über den Google-Ticker zu verfolgen, was in diesem Lande erneut passieren wird. Es lohnt schon deswegen, dass wir nicht sagen können: „Oooch, wir haben überhaupt nicht mitgekriegt, was da abgeht.“

Doch waere es ein Grund, sich mal mit dem zu befassen, was wir bisher als  „stabile Regierungen“ in Nahost definiert haben. Ein Blick in Wikipedia bezüglich der einzelnen Staaten genügt.

Vielleicht waechst dann bei uns das Verstaendnis gegenüber dem immer wieder von Arabarn geaeussertem politischen Hass auf den Westen.

Rettungsschirm: 750 +750…


..oder 750 + 750 +500 ?

Ja,  wir sprechen von Milliarden €.   Der Rettungsschirm soll aufgestockt werden, um das Spanien-Risiko abzusichern.

In der Rechnung fehlt İtalien.  Geschaetzte 1 700 Mia € Auslandverbindlichkeiten. Hat schon jemand gefragt, wie es um die Liquiditaet Frankreichs steht, sollte eine der drei Grossbanken Großbanken BNP Paribas, Crédit Agricole und Société Générale in ernsthafte Schwierigkeiten geraten? Sie alle sind in Portugal, Spanien und İtalien massiv involviert..

Fragt eigentlich niemand, wie dieses Schutzschirm-Geld derzeit organisiert wird? Über Schulden? Scheingeld? Durch so genannte Bürgschaften? Diese müssten ja dann auch geldmaessig abgedeckt sein, ansonsten endet das in einem Fiasko, respektive geht es ans Eingemachte.

Wir bewegen uns im Zeitalter des Verschiebens fiktiver Geldbetraege und je unrealistischer diese sind, um so „gewichtiger“ wird die Ebene der verteilenden İnstitution. War es bisher der „Rettungsschirm“ der EU, spricht man nun über ein Europaeische Geld-Transfer-Einrichtung. Um hier Geld zu kriegen, könnten Eurobonds aufgelegt werden… Aha, das Domino geht also weiter, auch die EU-würden sich somit  in die Schlange der Schuldner einreihen und damit  Objekt der Spekulanten.

Diese schielen derzeit neben Portugal auch nach Spanien, denn auch dort winkt der Rettungsschirm. Weitere Staatsfonds: İtalien, Frankreich… Überall winkt derzeit folgende Chance: Riskante Anlage mit guter Rendite, aber durch Rettungsschirm oder was auch immer abgesichert..

Gesellschaft und Politik unter dem Diktat der Finanz…