Hebeln: „Ich gebe 20, du 100..“


Ein Freund sucht mich auf und will mich für ein tolles Projekt gewinnen. Ganz kurz: Es geht um eine Firma, welche in sehr desolatem Zustand ist, sogar von Pleite ist die Rede. Der Boss kriegt kaum mehr Kredite und wenn, dann zu sehr hohen Zinsen.

Mein Freund hängt da eigentlich bereits mit erheblichen Summen fest und möchte natürlich verhindern, dass er das Geld abschreiben muss. Er will also nochmals zuschiessen, aber nicht direkt in die Firma. Er will mich als Investor gewinnen und zwar mit einer satten Summe, sagen wir 100 Mio €.

Angesichts der Zinsen eigentlich ein gutes Geschäft. Nur: „Was passiert, wenn die Firma pleite geht? Die haben doch eh schon alles verpfändet. Ich müsste also mit einem massiven Verlust oder gar Totalschaden rechnen.“

„So schlimm ist es nicht, mein Freund. Ich sichere dich mit 20 Mio ab, du siehst also, das Risiko hält sich in Grenzen.“, versucht er mir seine Idee schmackhaft zu machen.

Das nennt man Freunde! Ich soll also mit meinem Kapital dafür bürgen, dass dessen Kohle nicht verbrennt und im Gegenzug erhalte ich eine Minigarantie für mein Geld, welches ich  da einbringe. So geht das natürlich nicht und ich habe ihm das auch erklärt. Pleite könne heissen, dass letztlich noch 20% des Anlegerkapitals vorhanden sei, ich also mit 80% meines Investments in die Röhre schaue.

Wir haben uns dann doch noch geeinigt. Meine 100% werden offiziell mit 20% versichert, schliesslich will man ja nicht den Teufel an die Wand malen. Zwischen uns Beiden wurde aber noch ein Zusatzabkommen geschlossen: Sollte der schlimmste Fall eintreten, wird mein entstandener Verlust neben den bereits garantierten 20% mit weiteren 40% Barmitteleinschuss aus einem andern Topf gehebelt.. Mein Risiko beträgt also noch 20%. Angesichts der Zinssätze von 9% ein gutes Unterfangen…

Ja, da sieht man: Gute Freunde sind sich gegenseitig schon was wert…

Um falsche Schlüsse zu vermeiden: Dieser Gedanke wurde NICHT von DB-Chef Ackermann in die Welt gesetzt.

Rettungsschirm: 750 +750…


..oder 750 + 750 +500 ?

Ja,  wir sprechen von Milliarden €.   Der Rettungsschirm soll aufgestockt werden, um das Spanien-Risiko abzusichern.

In der Rechnung fehlt İtalien.  Geschaetzte 1 700 Mia € Auslandverbindlichkeiten. Hat schon jemand gefragt, wie es um die Liquiditaet Frankreichs steht, sollte eine der drei Grossbanken Großbanken BNP Paribas, Crédit Agricole und Société Générale in ernsthafte Schwierigkeiten geraten? Sie alle sind in Portugal, Spanien und İtalien massiv involviert..

Fragt eigentlich niemand, wie dieses Schutzschirm-Geld derzeit organisiert wird? Über Schulden? Scheingeld? Durch so genannte Bürgschaften? Diese müssten ja dann auch geldmaessig abgedeckt sein, ansonsten endet das in einem Fiasko, respektive geht es ans Eingemachte.

Wir bewegen uns im Zeitalter des Verschiebens fiktiver Geldbetraege und je unrealistischer diese sind, um so „gewichtiger“ wird die Ebene der verteilenden İnstitution. War es bisher der „Rettungsschirm“ der EU, spricht man nun über ein Europaeische Geld-Transfer-Einrichtung. Um hier Geld zu kriegen, könnten Eurobonds aufgelegt werden… Aha, das Domino geht also weiter, auch die EU-würden sich somit  in die Schlange der Schuldner einreihen und damit  Objekt der Spekulanten.

Diese schielen derzeit neben Portugal auch nach Spanien, denn auch dort winkt der Rettungsschirm. Weitere Staatsfonds: İtalien, Frankreich… Überall winkt derzeit folgende Chance: Riskante Anlage mit guter Rendite, aber durch Rettungsschirm oder was auch immer abgesichert..

Gesellschaft und Politik unter dem Diktat der Finanz…